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Interview im Vitamin Berge Podcast

Kurz vor dem Pitz Alpine Glacier Trail 2017 habe ich mich mit Robert von Vitamin Berge zum Interview getroffen welches ihr euch hier ansehen könnt!

 

 

Pitz Alpine Glacier Trail P85 (91k/5500+)

Nach dem meine Regeneration nach dem Großglockner Ultra-Trail sehr gut verlief, ich im Zuge des Pitz-Alpine Glacier Trail zum Trailrunning Symposium geladen war und somit schon vor Ort, entschied ich mich, mir das Pitztal genauer anzusehen und beim P85 an den Start zu gehen.
Um 03:30 fiel gemeinsam mit der P100 Distanz bei klarer Nacht der Startschuss und somit der Sturm auf den Mittagskogel (3159m). Durch den starken Regen davor war der Untergrund stark aufgeweicht und das Blockgestein im oberen Teil mit Vorsicht zu genießen. Ich fühlte mich relativ leichtfüßig und konnte ohne zu viel Energie aufzuwenden einige Läufer hinter mir lassen. Im oberen Drittel kurz vor dem Ausstieg bevor es hinunter zur Gletscherquerung geht, befand ich mich in einer Gruppe von ca 4 Läufern hinter Flo Grasel, Gerald Fister und Martin Schedler. Der spätere Sieger des P85 André Purschke legte beim ersten downhill ein ordentliches Tempo an den Tag und ich beschloß mitzugehen solang es für mich Sinn machte.
Irgendwann wurde sein Rücklicht aber immer kleiner und ich konzentrierte mich auf mein eigenes Rennen. Die erste Labe haben wir jedenfalls beide links liegen lassen 🙂
Den Gletscher erblickte ich zum ersten Mal im Morgengrauen, welch Anblick! Direkt am Rand des Gletschers wurden die Micro-Spikes über die Schuhe gezogen und schon ging es auf die ca 1km lange Querung die ohne Spikes (Pflichtmaterial) unmöglich gewesen wäre, da keine Schneeauflage vorhanden war und wir großteils auf Blankeis unterwegs waren. Die Spikes haben jedenfalls perfekt gehalten.

 

Am Aufstieg zur Braunschweiger Hütte schloß ich zu Martin Schedler auf, der mir vom hohen Tempo der beiden führenden erzählt hat. Wir kamen beide zum Schluß das es noch ein langer Weg sei ins Ziel!

Der lange downhill von der Braunschweiger Hütte zurück nach Mandarfen erforderte volle Konzentration und ließ mich die technische Schwierigkeit der Pitztal trails bereits erahnen.
Nach dem man den Start/Ziel Ort Mandarfen während des Rennens 2 mal durchläuft gibt es die Möglichkeit Verpflegung zu hinterlegen, ebenso fanden meine Spikes ihren Weg ins Depot.
Für mich ging es an zweiter Position in die Zweite Runde die uns hinauf zur Sunnaalm, dem Riffelsee und in weiterer Folge zum Taschachhaus führte. Auf sehr feinen Höhenwegen ging es gut laufend dahin, einige kleine Kletterpassagen und steile Anstiege rundeten den langen Weg zum Taschachhaus ab.

Mittlerweile waren auch schon die anderen Distanzen auf der Strecke und der Start/Ziel Bereich den es ein weiteres Mal zu passieren galt, bei bestem Wetter schon gut gefüllt. Für mich ging es bei direkter Sonneneinstrahlung und dadurch sehr heißen Verhältnissen in die 3 Schleife hinauf zur Kaunergrathütte auf 2800m. Im hochalpinen Gelände ging es über einige Scharten und lange Blockfelder. Die Landschaft inklusive wunderschönen Bergseen wusste zu überzeugen, wenn auch alles in allem die Laufbarkeit des Geländes sehr gering war. Volle Konzentration und einfach ein Schritt nach dem anderen Richtung Tal!
Am Talboden angekommen ging es für einige endlich mal laufbare Kilometer zur letzten Schleife über die Tiefentaler Alm. Der Gedanke, gute 15km am Talboden wieder hinein nach Mandarfen laufen zu dürfen, gefiel mir zu diesem Zeitpunkt gar nicht, aber nützt bekanntlich nichts wenn man ein Finish erreichen will. So ging es weiter einige hundert Höhenmeter hinauf durch den Wald über sehr wurzelige Wege zur Neuberg Alm und auf der Forststraße in vielen Serpentinen  hinunter ins Tal.
Ich wusste, dass ich an zweiter Stelle lag. Diese wollte ich nicht unbedingt verlieren also ließ ich es ordentlich laufen. Unten hat die Temperatur deutlich abgenommen, was mir sehr entgegen kam. Viele Läufer die sich noch am Weg zur Tiefentaler Alm befanden, kamen mir am Weg ins Ziel entgegen. Einige davon mit angezogenen Regenjacken, was darauf hindeutete, dass es Tal einwärts einen Wetterumschwung gab.

Irgendwann erwischte mich dann auch der Regen, jetzt war das Ziel schon zu nahe um stehen zu bleiben.
Die letzte Kurve, das Ziel in greifbarer Nähe!
Nach 15h und 28 min mein zweites Ultra-Trail Finish innerhalb von 14 Tagen und das mit einem zweiten Platz overall. Freude war da. Danke Pitz-Alpine!

Fotos: www.vitaminberge.de / www.sportograf.de

Großglockner Ultra-Trail 2017 (110km/6500+)

Training & Vorbereitung

Für den GGUT habe ich mich  5 Wochen vorbereitet, in dieser Zeit lief ich 500 Kilometer inkl. 4000-8000 Höhenmetern pro Woche. Meine längste Einheit während dieser Phase war 45km und 2600 Höhenmeter.
Zur Abwechslung habe ich einige Rennrad Einheiten mit eingebunden, diese waren eher im regenerativen Bereich im Rahmen von 30-60 Kilometer pro Einheit.

Pre-Race

Freitag, 22.07.2017 Kaprun.
Ich wache auf und stelle fest, dass sich irgendwas im Rückenbereich seltsam anfühlt. Ein eingeklemmter Nerv? Genau was man braucht am Morgen eines Ultra-Trails! Ich schenke ihm nicht allzuviel Beachtung und versuche mit der Foamroll ein bisschen hineinzuarbeiten. Hilft nichts. Egal, spätestens einige Stunden im Rennen werde ich mich daran wohl nicht mehr erinnern können. Nach einem ausgiebigen Frühstück, begebe ich mich mit meinem Laufzeug zur Startnummernausgabe wo ich am Ausrüstungscheck 3 Stunden aushelfe und mich um diverse Anliegen der trailrunner kümmere. Spassfaktor war gegeben, im Zelt war es aber auch laut und heiß und somit war ich froh meine Schicht beenden zu können um etwas Ruhe zu finden und um mich auf meinen Vortrag + Aufbau von Beamer und Leinwand zu kümmern. Um 21:30 war alles unter Dach und Fach, somit ein letztes Mal ins Hotel, für das Rennen umziehen nochmal 15 min. abschalten und erneut zum Start/Ziel Gelände auf dem sich schon einige hundert Menschen eingefunden haben. Die Stimmung ist relativ ruhig, eine gewisse Anspannung liegt in der Luft, nur noch wenige Minuten bis zum Start..

Der Rennverlauf

Nachtstarts habe ich besonders gern, so kam mir auch die Startzeit des GGUT um 23:00 bei trockenen Verhältnissen entgegen. Wie in allen anderen Rennen auch, war  der Start des Rennens relativ schnell, ich habe mich davon aber nicht beirren lassen und so zog das vordere Drittel des Feldes dahin. Auch am ersten uphill auf Asphalt wurde fleißig gelaufen. In der darauf folgenden singletrail Sektion reihte ich mich brav ein und folgte dem langen Zug aus Stirnlampen schweigend durch die Finsternis. Immer wieder traten Läufer aus der Reihe, da viele bereits jetzt realisierten das ihr Anfangstempo wohl zu hoch war. Am ersten CP in Ferleiten (km23) war ich jedenfalls froh das es nun mit den laufbaren, flacheren Abschnitten des GGUT erstmal vorbei war. Auf Position 20 verpflegte ich mich rasch und nahm den weiteren Weg durch das Käfertal in Richtung Alpenhauptkamm in Angriff. Der Wind frischte ordentlich auf und ich bereitete mich für den langen Aufstieg zur Pfandlscharte auf 2600 Meter vor. Essen, Trinken, ein bisschen Auflockern  während dem Laufen und auf ging es der dunklen Wand entgegen.
Einige hundert Höhenmeter über mir flackerten immer wieder Stirnlampen auf. Am Aufstieg konnte ich  zu einigen Läufern aufschließen, ich wusste das ich meine Kräfte gut einteilen muss und die Sache locker angehen sollte, also achtete ich auf meine Atmung und setzte einfach einen Fuß vor den anderen bis ich zum Flachstück am Pfandlboden, der einer überfluteten Mondlandschaft gleicht wieder einige Laufschritte machen konnte. Zu meiner Verwunderung, fühlte sich das noch sehr locker in den Beinen an. Weiter ging es die letzten paar hundert Höhenmeter über ein gefrorenes Schneefeld auf die Scharte, auf der mich die Bergrettung mitten in der Nacht anfeuernd erwartete! Ich drehte mich kurz um und bestaunte das Schauspiel von hunderten Stirnlampen die sich im Anstieg und sogar noch weit unten im Tal befanden. Die Streckenposten haben einen schönen Pfad ins das Schneefeld der Pfandlscharte gegraben und so kam ich im vollen Schein meiner Lupine Piko gut in den Downhill  Richtung Glocknerhaus. Auch hier konnte ich wieder ohne große Mühen einige Plätze gutmachen. Am Glocknerhaus war es noch immer Stockfinster, ich füllte meine Tanks in einem kurzen Stop und weiter ging es hinunter zur Staumauer und den Anstieg zur Stockerscharte. Kurz vor der Scharte wurde es langsam hell und ich konnte einige Schafe in einem steilen Hang über mir beobachten. Am Weg zur Salmhütte stellte sich dann ein gewaltiges Morgenrot in den Wolken ein, schön anzusehen aber ein Indikator für schlechtes Wetter. Auf der Salmhütte füllte ich meine Flaschen erneut und machte mich am Weg zur Pfortscharte. Der sehr steile Anstieg zur Scharte, die mit 2800 Metern den höchsten Punkt des Kurses darstellt, war gewaltig und am Himmel zogen bereits sehr dunkle Wolken auf. Oben ging starker Wind und ich nahm auch Regentropfen war. Also nichts wie hinunter vom höchsten Punkt des GGUT. Die Bergretter oben auf der Scharte sind eindeutig die mutigeren 🙂
Das Schotterfeld hinunter machte richtig Spass, doch plötzlich erhellte sich der Himmel und unter einem gewaltigen Knaller schlug irgendwo hinter mir ein Blitz ein. Der Himmel öffnete seine Pforten noch weiter, ich nahm meine Beine in die Hand und zog während ich das Schotterfeld hinunterlaufe Jacke und Handschuhe an. Hardrock feeling garantiert!


Am Lucknerhaus hielt ich kurz um meine Schuhe zu entleeren und mir die Jacke wieder auszuziehen.
Hier schloss  die führende Dame Juliette Blanchet auf, mit der ich mich auf den Weiterweg nach Kals gemacht habe. Kals liegt über der Hälfte der Strecke, hat die größte Verpflegungsstation und auch mein Dropbag wartete dort auf mich. Ebenso meine Schwester und viele Freunde des GGUT Teams. Ich fühlte mich noch immer sehr gut, aß einige Löffel Suppe, nahm meine zweite Ration Gummi/Ingwer-Bärchen aus dem Dropbag und begab mich wieder auf den Weg durch das Dorfertal und weiter über den Kalser Tauern zur Rudolfshüttte.

Hier kam mir auch Flo Grasel entgegen und begleitete mich motivierender Weiße einige Meter, danke Flo!
Flo hielt mich auch über den Rennverlauf am laufenden und zu meiner Freude war ich mittlerweile auf Platz 7. Nicht wirklich wichtig, da ich bisher mein eigenes Rennen lief und mich nicht so sehr um Stände gekümmert habe, doch so spät im Rennen mit noch einiger Kraft doch auch motivierend. Ich wusste auch das die Leute vor mir um einiges stärker sind und machte mich nicht wirklich daran aufzuholen sondern versuchte lediglich weiterhin meine pace zu laufen. Der Aufstieg zum Kalser Tauern ging relativ langsam aber stetig voran, oben angekommen lief ich die flachen Passagen und den downhill zur Rudolfshütte und somit dem vorletzten CP des GGUT. Auch dort erwartete mich schon freudig das GGUT Team inkl. meinem Vater. Ich checkte nochmal meine Vorräte, stockte um einige Hammer Gels auf und weiter ging es zum letzen Punkt auf 2600 Meter dem Kapruner Törl! Davor musste ich noch über einige sehr rutschige Blockfeld abschnitte, vorbei an vielen 50 Kilometer Läufern die auf der Strecke mit Start in Kals unterwegs waren. Der Anstieg aufs Kapruner Törl war zwar von meiner Wahrnehmung her relativ langsam, ich konnte jedoch ohne Pausen mich Meter um Meter weiter hinaufschieben. Das Panorama wirkte wie gemalt und ich erfreute mich immer wieder dem Anblick. Der Ausblick auf die Stauseen Moorboden vom Törl war einfach gewaltig, auch einige Glockner-Trail 50k Läufer waren fasziniert davon und gönnten sich eine Pause am höchsten Punkt ihrer Strecke. Sie feuerten mich an und ich stürzte mich über die Blockfelder hinunter ins Schneefeld das mich in weiterer Folge dem See entlang zum letzten CP Moserboden führte. Mittlerweile war es richtig heiß, ich hielt nur kurz im mir einige Stücke Wassermelone zu gönnen, füllte mein Wasser auf und auf ging es in die letzten 15 Kilometer vorwiegend bergab. Natürlich spürte ich meine Oberschenkel schon einigermaßen, ich konzentrierte mich allerdings mehr aufs Laufen und auf meine Schrittsetzung als auf Schmerzen und so konnte ich den manchmal endlos scheinenden downhill auch bewältigen. Einige Abschnitte vor allem die singletrails nah am Stausee erforderten nochmals vollste Konzentration da sie sich unmittelbar am Abgrund  befinden.
Auf den letzten sieben, flachen Kilometern nach Kaprun konzentrierte ich mich nur noch auf das Laufen im flachen, es galt jetzt unter keinen Umständen stehenzubleiben und in ein Gehtempo zu verfallen. Auf den letzten Metern schloss mein Teamkollege Volker Sauerzapf zu mir auf und wir teilten uns den siebten Rang in 17h 18min. Im Ziel erwartete man offensichtlich schon Juliette Blanchet was uns ebenfalls einen stimmungsvollen Empfang einbrachte. Es war einfach ein genialer Tag in den Bergen!

Der GGUT war für mich ein voller Erfolg, die Strecke bietet alles was ein anspruchsvolles Trail-Rennen braucht, vom Hochgebirge mit Schneefeldern und Gletschern bis zu flowigen singletrails  + sehr guter Atmosphäre.

Ausrüstung & Ernährung

Lupine Piko Stirnlampe, Salomon 5L Laufweste + 2x500ml Ultrasphire Flaschen, Dynafit Shirt + Short, Wrightsocks, Hoka ONE ONE MafateII Schuhe, Black Diamond Carbon Z-Poles, Julbo Brillen, Patagonia Cap, div. Buffs, OR Handschuhe;

Tailwind Nutrition Drinkmix, Salt Stick Caps,  Hammer Gels, Gummi/Ingwer – Bärchen, Oreos, Bananen, Orangen, Wassermelonen, Red Bull Cola und jede menge Wasser;

 

Dolomiten Höhenweg Nr.3

Ausgangspunkt: Toblach/Südtirol
Endpunkt: Longarone/Belluno
Länge: ca. 120 Kilometer
Höhenmeter: ca. 8000 im Aufstieg

Der Dolomiten Höhenweg Nr. 3 gehört zu den insgesamt 10 Dolomitenwegen, der Weg Nr. 3 verläuft mehr oder weniger parallel zum Weg 1 und 2 ist aber technisch schwieriger einzustufen.
Die zwei Klettersteige vor allem der durch die Sorapis Gruppe können,  für Trailrunner empfehlenswert auf schönen Wegen umlaufen werden (westlich). Wer den Klettersteig durch die Sorapis Gruppe vorzieht muss dafür Klettersteigausrüstung inkl. Helm einplanen.
Im allgemeinen bietet der Höhenweg Nr.3 eine tolle Mischung aus meist einsamen singletrails, Steigen, Pässen, Hochebenen und Wäldern.
Übernachtet werden kann durchgehend in Hütten oder Unterkünften und Hotels in den Talorten. Ich habe Mitte Juni keine Unterkünfte vorgebucht, was auch nicht notwendig war.
Wer den Drei Zinnen einen Besuch abstatten möchte,  kann dies nach dem Abstieg vom Strudelkopf von Landro aus tun. Ein anfangs breiter Forstweg der später in einen guten Steig übergeht führt direkt vom Parkplatz an der Hauptstraße hinauf. Hierfür macht man in etwa 1000 extra Höhenmeter. Auf dem selben Weg gelangt man auch wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Der Weg ist nicht durchgehend markiert, Lokal werden immer wieder andere Wegnummern verwendet daher empfiehlt es sich eine gute Karte bzw GPS und Führer dabeizuhaben. Landschaftlich gibt es täglich Highlights, persönlich hat mir der letzte Abschnitt ab dem Refugio Venezia bis Longarone am besten gefallen. Der Abschnitt ist sehr abwechslungsreich und bietet alles, zwischen laufbaren Waldwegen bis hin zu alpinen Kammwegen.

Wer es etwas gemütlicher angehen möchte sollte 4-5 Tage für die Strecke einplanen, bei gutem Wetter ist der Weg mit guter Kondition auch in 2,5 bis 3 Tagen machbar. Etappeneinteilung und Planung bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Hochkönigman Endurance Trail 2017 (85km/5000+)

Nach meinem DNF beim 100 miles of Istria im April habe ich mich kurzerhand entschlossen, beim Hochkönigman 85k zu starten. Zusammen mit meinem Laufkollegen Volker Sauerzapf ging es daher nach Maria Alm, dem Austragungsort des Hochkönigman! Die tolle Gegend mit herrlichem Bergpanorama wohin man blickt und das abwechslungsreiche Rennprofil sowie eine sehr gute Wettervorhersage für die Rennzeit machten die Vorfreude groß und somit stand einem guten Trail Abenteuer nichts mehr im Wege. Der Start am Freitag um 24:00 kam mir sehr gelegen da ich Nachtstarts sehr gerne habe und am liebsten Rennen mit jenen laufe. Pünktlich um Mitternacht ging es also los, ca 150 Starter machten sich bei trockenen Verhältnissen und sehr guter Stimmung auf den Weg des 85 Kilometer langen Endurance Trails. Das Tempo war von Anfang an hoch und somit musste ich schnell einsehen, dass ich mit der Spitzengruppe um Florian Grasel, Andi Tockner und Gerald Fister nicht mithalten kann. Ich fühlte mich dennoch sehr gut und bemühte mich meinen Rythmus zu finden. Bergaufpassagen zügig hinter mich bringen, die Geraden laufen, bergab schneller laufen 🙂

Im Schein meiner Stirnlampe folge ich der Anfangs gut markierten Strecke auf flowigen Singletrails, die teils wurzelig und steinig aber nicht zu technisch waren. Bei km40 konnte ich einen schönen Sonnenaufgang über dem Wolkenverhangenen Tal genießen und steuerte einem längeren downhill zu CP3 nach Mühlbach entgegen. Leider wurden die Markierungen immer schlechter, sodass ich froh war mir den gpx track auf mein Handy gespeichert zu haben. Einige Male stand ich da und nahm dieses zur Orientierungshilfe.

Beim CP5 in Dienten nahm ich mein Dropbag entgegen, wechselte einige Sachen und machte mich auf den weiteren Weg in den letzten und schwierigeren Streckenabschnitt in Richtung Statzerhaus und Schwalbenwand. Mittlerweile ist es auch richtig heiß geworden und ich achtete besonders auf meine Nahrungs und Flüßigkeitszufuhr. Mein Freund Volker hat aufgeschlossen und somit kämpften wir gemeinsam den Kamm entlang mit seinen unzähligen kleinen Auf- und Abstiegen.

Bergauf war es zu diesem Punkt im Rennen schon eher mühsam, Bergab konnten wir aber noch immer gut Tempo machen. Die letzten Kilometer hinein nach Maria Alm waren in der Mittagshitze gerade noch erträglich, wir waren uns aber einig das es heute nicht viel länger dauern hätte dürfen 🙂

Die Party danach mit Planschbecken und kalten Getränken war lustig, danach wurde etwas geschlafen und die restliche Zeit der wiederholten Nahrungsaufnahme gewidmet.

Das Rennen war bis auf die eher sperrlichen Markierungen sehr gut organisiert und hat richtig Spass gemacht, sollte man gemacht haben!

Am Ende hat es für einen 5. Platz in 12h:12min gereicht.

5 ultraleichte Ausrüstungsteile für günstig

Ultraleichte Ausrüstung hat den Ruf überteuert zu sein, vergleicht man Gewichts- zu Preisverhältnis stimmt dies auch, man bekommt tatsächlich weniger für sein Geld!
Spass beiseite, in diesem Artikel stelle ich 5 leichte, fast gratis Teile vor, die am Trail nicht fehlen dürfen und sich vielleicht sogar schon im Haushalt befinden.
So spart man Geld und Gewicht!

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Trinkflaschen
Ich verwende seit Jahren handelsübliche PET Flaschen, am liebsten die mit Gatorade (0,75l) geliefert werden. Fast wie bei einem richtigen Outdoorhändler gibt es diese auch in 3 Farben. Die Vorteile im Überblick:

  • sehr leicht
  • Weithals, praktisch für Elektrolytpulver
  • Sportöffnung
  • leicht austauschbar (Hygiene), fast überall erhältlich
  • günstig

Trinkblasen halte ich persönlich für Weitwanderungen aus folgenden Gründen ungeeignet:

  • Der Flüssigkeitsstand ist nicht schnell einsehbar
  • Der Rucksack muss zum Befüllen der Blase abgenommen und vielleicht umgeräumt werden
  • Blase und Schlauch verdrecken sehr schnell, unterwegs ist die Reinigung zu aufwendig
  • Anfällig auf Defekte

 

Drybags & Rucksackliner
Hier eignen sich stabilere Müllbeutel und Zip-Locs am besten, in den Müllbeutel kommt der gesamte Rucksackinhalt hinein, kleinere Gegenstände und Elektronik verstaut man am besten in Zip-Loc Beutel.

Sollte der vorhandene Rucksack eine externe Regenhülle haben, spart man noch zusätzlich an Gewicht wenn man diese daheim lässt! Eine Externe Hülle hält den Rucksack sowieso nicht lange trocken, da nach mehreren Stunden Regen und Wind die Nässe auch über den Rücken in das Innere des Rucksacks gelangt. Bei den meisten Ultraleicht Rucksäcken ist diese Hülle deswegen auch gar nicht dabei,  die Anschaffung einer solchen kann man sich sparen.

Dosenkocher
Ein Spirituskocher aus leeren Getränke- Konserven- oder Spraydosen selbst zu bauen erfordert nur minimalen Zeitaufwand, das Kochersystem ist  effektiv und extrem leicht.
Anleitungen zum Bau eines Dosenkochers für Spiritusbrennstoff gibt es viele, hier eine von Andrew Skurka.

Verzichtet man lieber auf einen Kocher eignen sich Erdnussbutter Container mit Schraubverschluss bestens um die „cold-soak“ Methode anzuwenden.

Löffel
Wer kein Geld für einen Titanum Spork ausgeben möchte, sieht sich am besten nach einem Löffel bei einer Fastfoodkette um. Will man dort nichts konsumieren hilft nettes Fragen meist weiter. Essstäbchen wären eine weitere Möglichkeit.

Unterlage / Groundsheet
Die meisten Zelthersteller bieten zum Schutz des Zeltbodens meist eigene Groundsheets zu fragwürdigen Preisen an. Alternativen dazu bekommt man im Baumarkt eine Folie aus Tyvek oder Polycro. Diese sind günstig, ultraleicht und robust. Einfach auf die Gewünschte Größe zuschneiden und darauf achten, dass das Groundsheet nicht über die Kanten des Tarps oder Zeltes hinaussteht, da sich sonst Regenwasser darauf ansammeln kann.

First Aid Kit
Anstatt ein fertiges Kit im Outdoorladen zu kaufen empfehle ich Überlegungen anzustellen, was tatsächlich auf Tour sinnvoll ist (dies variiert anhand von Länge und Schwierigkeit/Abgeschiedenheit der Tour). Das meisten Utensilien befindet sich ohnehin schon in der Haushaltsapotheke und müssen daher nicht neu gekauft werden.
Zum Verstauen reicht ein ZipLoc Beutel.

Falls ihr weitere Teile die in diese Liste passen würden kennt, hinterlasst bitte ein Kommentar!