Outdoor Küche-Wie versorge ich mich auf einer Weitwanderung

Ernährung ist ein sehr individuelles Thema, deshalb möchte ich in diesem Artikel nur auf einzelne unterschiedliche Möglichkeiten und meine persönliche Handhabung aufmerksam machen.
Grundüberlegungen vor einer mehrtägigen Tour:

  • Was möchte ich essen?
  • Welche Versorgungsmöglichkeiten gibt es während der Tour?
  • Wie kann ich meine Nahrung zubereiten?
  • Wie sieht es mit der Brennstoffversorgung aus?
  • Ist ein Kocher überhaupt sinnvoll, wenn ja welcher (siehe vorigen Punkt)
    aus dem Archiv zum Thema „ohne Kocher“ Going stoveless I & II

Mittlerweile gibt es ein sehr großes Angebot an fertigen Trekking-Mahlzeiten. Meist handelt es sich um  Gerichte die durch den Gefriertrocknungsprozess haltbar gemacht werden und mit Beimengung von Wasser rehydriert und essbar gemacht werden. Für längere Wanderungen sind die Kosten für solche Nahrung recht hoch, und die Abwechslung lässt nach wenigen Tagen auch zu wünschen übrig. Solltet ihr euch für diese Variante entscheiden gibt es nur einen Tipp von mir: unbedingt vorher kleinere Mengen bestellen und ausprobieren! Weiters reichen die „single servings“ meist nicht aus, mir war die 2 Portionen Packungen noch nie zuviel. Um Platz und Gewicht zu sparen, packe ich die eingeschweiste Nahrung meist in einfache Zip-Loc Beutel um, das spart bis zu 80 Gramm pro Mahlzeit und veringert das Volumen. Gebrauchte Zip-Locs kann man wiederverwenden oder in weiterer Folge als Müllbeutel verwenden. Durch beigabe von Olivenöl lassen sich noch hochwertige Fette und zusätzliche Kcal rausholen.

DSC00138

 

Ich verwende unterwegs am liebsten einen Spiritus Kocher mit Windschutz in Kombination mit einem „pot cozy“ der den Topf nachdem er vom Kocher genommen wurde Isolierung bietet, um die Nahrung noch einige Minuten ziehen lassen zu können. Auf diese Art kann man mit wenig Brennstoff auch Nahrung zubereiten die etwas länger brauchen würde. Spiritus bekommt man in den meisten Gegenden auch leichter als Gaskartuschen. Für mich hat sich der „Caldera Cone“ am stärksten bewährt, ist zwar nicht der leichteste aber ich mag das System in dem der Windschutz gleichzeitig als Topfhalterung über dem Kocher funktioniert sehr.

DSC00167

Pot Cozy+900ml Titan Topf+Windschutz+Kocher+Spork+Packbeutel = 200 Gramm

Was ich unterwegs esse:

  • Frühstück: Müsli/Haferflocken etc mit Wasser oder Milch/Proteinpulver oder Riegel + Instant Kaffee
  • Snack 1: Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel, M&Ms, Cracker, Kartoffelchips;
  • Mittag: Wenn vorhanden Tortillas mit Parmesan, getr. Tomaten od. Nussbutter; auf thruhikes ist man meistens alles gemischt und auf einmal 😉
  • Snack 2: Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel, M&Ms, Cracker, Kartoffelchips;
  • Snack 3: Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel, M&Ms, Cracker, Kartoffelchips;
  • Abend: Meist warm, Couscous mit diversen Gewürzmischungen, Parmesan, Olivenöl;
    oder Schnell kochende Nudeln, Kartoffelpüree, Rote Linsen mit getr. Tomaten, Suppenpulver eigenet sich hervorragend zum würzen von allem.
  • Dessert: Proteinriegel etc;

Getrunken wird meist Wasser (Aquamirra zur Entkeimung falls erforderlich) oder Getränkepulver.

Karotten, Parmesan, gekochte Eier, Salat, Avocados, sind zwar schwerer lassen sich aber auch ungekühlt für 2-3 Tage mitnehmen.

Ich emfpehle die Nahrung portionsweise abzupacken, die Versuchung zu viel auf einmal zu essen ist somit minimiert, leere Zip-Loc Beutel werden so lange es geht wiederverwendet und als Müllbeutel weiterverwendet.

Auf den meisten Weitwanderwegen ist es möglich vor Ort alle paar Tage sich mit frischem Proviant zu versorgen, eine weitere Möglichkeit ist, sich im vorhinein Pakete „postlagernd“ zu schicken. Dies erfordert etwas mehr Planung und logistischen Aufwand, kann aber davor bewahren zu viel auf einmal zu kaufen und ist hauptsächlich dann ratsam, wenn man bestimmte Ernährungsformen einhalten möchte oder muss. Ich Mische gerne beide Methoden und schicke Pakete  wenn es mir Sinnvoll erscheint.

DSCF1265re

Nahrung für sechs Tage auf der „Te Araroa“ in Neu Seeland.

Bei meiner heurigen Tour werde ich auch manchmal auf Essen in den Hütten zurückgreifen, für rund 90 Tage unterwegs  ist das aber  zu kostspielig und unflexibel.

 

 

4 Responses

  1. Weil du da oben ein Bild von einem MountainHouse Packerl hast. Deren Mahlzeiten habe in Kalifornien am John Muir Trail geliebt. Naja, zumindest gerne gegessen (Lasagna with Beef Sauce, Chicken Teryaki etc.)

    Ich habe mich kürzlich sehr gefreut, als ich die Marke nun auch in Europa entdeckt habe. Aber nix da, glatte Enttäuschung. Es handelt sich leider um ein „in Lizenz“ von einer anderen Firma hergestelltes Produkt.

    Vom Geschmack her war’s mehr als fad. Es steht zwar fairerweise „season to taste“ drauf, aber meinen Gewürzschrank hatte ich unvorsichtigerweise nicht dabei.

    14. Juni 2016 at 10:43

    • Matthias

      Hi! Ja, ich denke das MH hab ich noch aus Alaska gehabt..

      15. Juni 2016 at 15:39

  2. Lukas

    Hallo matthias,

    Danke für die nützliche information!

    Wie oft musstest du bei oe-3000 deinen spiritus nachfüllen und wo hast du das gemacht?

    Lg Lukas

    18. September 2017 at 06:28

    • Matthias

      Hi Lukas, wie oft weiß ich nicht mehr, nachgekauft habe ich ihn jedenfalls entweder in Supermärkten, Tankstellen oder auch Apotheken entlang des Weges.

      19. September 2017 at 08:27

Schreibe einen Kommentar zu Matthias Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.