Pitz Alpine Glacier Trail P85 (91k/5500+)

Nach dem meine Regeneration nach dem Großglockner Ultra-Trail sehr gut verlief, ich im Zuge des Pitz-Alpine Glacier Trail zum Trailrunning Symposium geladen war und somit schon vor Ort, entschied ich mich, mir das Pitztal genauer anzusehen und beim P85 an den Start zu gehen.
Um 03:30 fiel gemeinsam mit der P100 Distanz bei klarer Nacht der Startschuss und somit der Sturm auf den Mittagskogel (3159m). Durch den starken Regen davor war der Untergrund stark aufgeweicht und das Blockgestein im oberen Teil mit Vorsicht zu genießen. Ich fühlte mich relativ leichtfüßig und konnte ohne zu viel Energie aufzuwenden einige Läufer hinter mir lassen. Im oberen Drittel kurz vor dem Ausstieg bevor es hinunter zur Gletscherquerung geht, befand ich mich in einer Gruppe von ca 4 Läufern hinter Flo Grasel, Gerald Fister und Martin Schedler. Der spätere Sieger des P85 André Purschke legte beim ersten downhill ein ordentliches Tempo an den Tag und ich beschloß mitzugehen solang es für mich Sinn machte.
Irgendwann wurde sein Rücklicht aber immer kleiner und ich konzentrierte mich auf mein eigenes Rennen. Die erste Labe haben wir jedenfalls beide links liegen lassen 🙂
Den Gletscher erblickte ich zum ersten Mal im Morgengrauen, welch Anblick! Direkt am Rand des Gletschers wurden die Micro-Spikes über die Schuhe gezogen und schon ging es auf die ca 1km lange Querung die ohne Spikes (Pflichtmaterial) unmöglich gewesen wäre, da keine Schneeauflage vorhanden war und wir großteils auf Blankeis unterwegs waren. Die Spikes haben jedenfalls perfekt gehalten.

 

Am Aufstieg zur Braunschweiger Hütte schloß ich zu Martin Schedler auf, der mir vom hohen Tempo der beiden führenden erzählt hat. Wir kamen beide zum Schluß das es noch ein langer Weg sei ins Ziel!

Der lange downhill von der Braunschweiger Hütte zurück nach Mandarfen erforderte volle Konzentration und ließ mich die technische Schwierigkeit der Pitztal trails bereits erahnen.
Nach dem man den Start/Ziel Ort Mandarfen während des Rennens 2 mal durchläuft gibt es die Möglichkeit Verpflegung zu hinterlegen, ebenso fanden meine Spikes ihren Weg ins Depot.
Für mich ging es an zweiter Position in die Zweite Runde die uns hinauf zur Sunnaalm, dem Riffelsee und in weiterer Folge zum Taschachhaus führte. Auf sehr feinen Höhenwegen ging es gut laufend dahin, einige kleine Kletterpassagen und steile Anstiege rundeten den langen Weg zum Taschachhaus ab.

Mittlerweile waren auch schon die anderen Distanzen auf der Strecke und der Start/Ziel Bereich den es ein weiteres Mal zu passieren galt, bei bestem Wetter schon gut gefüllt. Für mich ging es bei direkter Sonneneinstrahlung und dadurch sehr heißen Verhältnissen in die 3 Schleife hinauf zur Kaunergrathütte auf 2800m. Im hochalpinen Gelände ging es über einige Scharten und lange Blockfelder. Die Landschaft inklusive wunderschönen Bergseen wusste zu überzeugen, wenn auch alles in allem die Laufbarkeit des Geländes sehr gering war. Volle Konzentration und einfach ein Schritt nach dem anderen Richtung Tal!
Am Talboden angekommen ging es für einige endlich mal laufbare Kilometer zur letzten Schleife über die Tiefentaler Alm. Der Gedanke, gute 15km am Talboden wieder hinein nach Mandarfen laufen zu dürfen, gefiel mir zu diesem Zeitpunkt gar nicht, aber nützt bekanntlich nichts wenn man ein Finish erreichen will. So ging es weiter einige hundert Höhenmeter hinauf durch den Wald über sehr wurzelige Wege zur Neuberg Alm und auf der Forststraße in vielen Serpentinen  hinunter ins Tal.
Ich wusste, dass ich an zweiter Stelle lag. Diese wollte ich nicht unbedingt verlieren also ließ ich es ordentlich laufen. Unten hat die Temperatur deutlich abgenommen, was mir sehr entgegen kam. Viele Läufer die sich noch am Weg zur Tiefentaler Alm befanden, kamen mir am Weg ins Ziel entgegen. Einige davon mit angezogenen Regenjacken, was darauf hindeutete, dass es Tal einwärts einen Wetterumschwung gab.

Irgendwann erwischte mich dann auch der Regen, jetzt war das Ziel schon zu nahe um stehen zu bleiben.
Die letzte Kurve, das Ziel in greifbarer Nähe!
Nach 15h und 28 min mein zweites Ultra-Trail Finish innerhalb von 14 Tagen und das mit einem zweiten Platz overall. Freude war da. Danke Pitz-Alpine!

Fotos: www.vitaminberge.de / www.sportograf.de

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