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(Preview) Canary Islands Traverse GR-131

I hiked from Lanzarote to La Palma in the last weeks, working on a report and quick guide right now!

Dalmacija Ultra-Trail 155km (SKY DUT) 2017

Vorbereitung

In der Vorbereitung bin ich über 5 Wochen einen Durchschnitt von 100 Kilometern + 5000 Höhenmetern/Woche gelaufen. Die längste Laufeinheit dabei war die Kreuzeck Traverse mit 60 km/4000hm. Ansonsten einige Bergtouren und Rennradfahrten, viele davon im regenerativen Bereich. Im wesentlichen galt es die Fitness aus dem Sommer mitzunehmen und im Vorfeld nicht mehr „zuviel“ zu tun. 2-3 mal pro Woche habe ich verschiedenen Core- und Mobiliätstrainings in das Training integriert. In der Rennwoche minimierte ich den Internetkonsum über Smartphone und Computer drastisch, das hilft mir dabei Fokus und Ruhe zu finden.

Das Rennen

Der Start erfolgte um 15:00 in der kleinen Altstadt von Omis bei bestem Laufwetter. Der Wettertrend wendete sich einem Tief zu, daher waren die Temperaturen im Vergleich zu den Vortagen angenehm, im Bereich von 20°C. Die Stimmung am Start war gut, ca. 80 Starter, darunter einige bekannte Gesichter warteten gespannt auf den Startschuss um die 155 Kilometer lange Strecke in Angriff zu nehmen.
Meine Strategie war es, dass Anfangstempo erstmal abzuwarten und gegebenenfalls zurückzustecken, ein Rennen dieser Länge, entscheidet sich schließlich selten am ersten Hügel und so ließ ich die Spitzengruppe um Marjan Zupančič erstmal ziehen. Ich fand mich am ersten Hügel an 5. Stelle mit Sichtkontakt auf 4. Der erste Abschnitt durch eine Schlucht hinaus aus Omis war landschaftlich schon mal vielversprechend!

 

Bei km vier verlief ich mich zum ersten Mal im Rennen. Ich verpasste eine Abzweigung und lief gerade aus weiter, bis es mir etwas seltsam vorkam, weder Läufer noch Markierungen zu sehen. Ich konnte eine Kreuzung in ca 150 Meter Entfernung erkennen und beschloss noch bis zu dieser zu laufen. Sollten dort keine Markierungen angebracht sein, bin ich garantiert falsch. So war es schließlich auch. Ich schaute noch einmal ganz genau, ob nicht vielleicht doch irgendwo ein Reflektorenband oder ein Hinweis am Boden angebracht ist. Danach drehte ich sofort um und vergewisserte mich während dem Zurücklaufen auf meinem Smartphone über den weiteren Streckenverlauf. Nach einigen hundert Metern retour sah ich bereits die Läufer in den richtigen Weg einbiegen. Die Stelle war ansich ausreichend markiert, wurde nur von mir übersehen. Meine fünfte Position war natürlich somit erstmal dahin, mittlerweile war sicher ein drittel des Feldes vor mir. Natürlich ärgerte ich mich über mich und lief darauf hin recht schnell um wieder aufzuholen. Andererseits wusste ich auch, dass ich so früh im Rennen genug Zeit habe und ich mich auch unter normalem Tempo wieder nach vorne arbeiten werde. Am ersten CP bei km 13 befand ich mich an siebenter Position, die Flaschen schnell aufgefüllt und weiter ging die Reise, immer wieder über schöne Küstentrails mit Meerblick.

Das anspruchsvolle Gelände erforderte allerdings ebenfalls ständige Aufmerksamkeit. Zwischen CP2 und CP3 ging es dann durch große von Waldbrand betroffene Gebiete auf großteils gut laufbaren trails und Forststraßen. Unvorstellbar welche Auswirkung wohl dieser Waldbrand auf die Siedlungen und Städte in diesem Gebiet gehabt haben muss, immer wieder laufe ich an abgebrannten Autowracks und Gräben vorbei, die das Feuer am Übergreifen auf Gebäude aufhalten sollten. Von der Rauchentwicklung ganz zu schweigen. Die schwarzen Stämme der Bäume und Sträucher, in Verbindung mit einem Sonnenuntergang, der den Himmel in einen kräftigen rot-orange Ton färbte, war jedenfalls eine sehr spezielle Kombination.


Ich freute mich jedenfalls auf die hereinbrechende Nacht, trotz der Tatsache das es erst in 13 Stunden wieder hell wird. Ich lief so lang wie möglich ohne Lampe, da ich erst beim CP mir die Zeit nehmen wollte mich auf die Nacht mit Stirnband, Ärmlingen und Lampe vorzubereiten. Dies resultierte darin, dass ich in einem dunklen Waldstück die Leuchtmarkierung übersehen habe und wieder einmal ein paar Meter falsch gelaufen bin…von nun an schwor ich mir Blödsinnigkeiten dieser Art einzustellen. Also Lampe auf!
Das weitere Tempo durch die Stadt Solin war relativ hoch, die beiden nachkommenden Läufer, am Ende Position 2 und 3 stoppten so gut wie nicht und tauschten nur die vom Betreuerteam mitgebrachten Flaschen aus. Ohne Crew dauert so ein Stop natürlich etwas länger, man will sich ja auch mit dem Personal am CP ein bisschen unterhalten. Mein Gefühl sagte mir auch, mich nicht zu sehr stressen zu lassen, dieses Rennen ist schließlich noch lang genug und ich fühlte mich nach gut 4o Kilometern frisch, also weiter ging es durch die Nacht.
Bei Km 73 bekam ich von Karin Fahrengruber die ihren Mann René betreute, ein für mich erfreuliches update zum Stand und Befindlichkeiten der anderer Läufer. Anscheinend war ich mittlerweile auf Platz 2. Dem führenden Slovenen Marijan  scheint es zur Zeit auch nicht sonderlich gut zu gehen. Für mich natürlich nicht unwesentlich, dennoch versuchte ich einfach in meinem eigenen Rennen zu bleiben und meiner Strategie und meinem Tempo treu zu bleiben. Jetzt übermotiviert die pace zu erhöhen könnte sich in einigen Stunden drastisch schlecht auswirken, also versuchte ich zwar schnell zu laufen aber immer mit bedacht noch etwas im Tank zu lassen. Mein nächstes Ziel war Gata bei km 85 ein Meilenstein für den Kopf, da mehr als die Hälfte geschafft + Dropbag aus dem ich mich neu versorgen konnte. In Gata angekommen erfreute ich mich an der guten Stimmung, die durch alle Anwesenden verbreitet wurde. Marijan ging es leider wirklich nicht gut, er lag mit Magenproblemen in der Horizontalen und sah nicht so aus, als ob er in nächster Zeit weiterlaufen würde. Ich suchte mir mein Dropbag, diese waren sortiert aufgereiht, schnappte mir einen Sessel und streute den Inhalt meines bags vor mir aus. Ich nahm mir nur meine Gels und einige andere Snacks, verzichtete auf neue Socken oder Schuhe, trank ein Coffeingetränk meines Vertrauens wärend Karin sich um die Befüllung meiner Flaschen kümmerte. Das sich Karin, die ich erst 10 km davor kennengelernt habe so gut um mich gekümmert hat, ist nicht selbstverständlich!

Ich wusste das ich diesen CP in Führung verlassen werde, wobei der Slovene Marko Prot auch nicht danach aussah als ob er sich lange aufhalten werde. Ich realisierte zum ersten Mal dieses Rennen womöglich gewinnen zu können, wusste aber, dass  die Euphorie darüber nicht zu stark werden dürfe um nicht zu schnell zu werden. Schließlich liegen noch über 70 Kilometer vor mir und irgendwann wird auch mich die Müdigkeit einholen in der ich all meine Kräfte brauche. Aber im Moment fühlte es sich einfach toll an, das meine Strategie so gut aufging und ich von nun an der erste im Feld war. Meine Aufmerksamkeit galt besonders den Markierungen und dem Untergrund. Jeder weitere Verlaufer, oder gar ein Sturz könnte sich sehr schlecht auf den weiteren Verlauf auswirken. Ich hoffte einfach auf das Vorhandensein der Markierungen. Irgendwann war es dann leider soweit. Keine Markierung mehr zu sehen! Nach gut 90 Kilometern, mitten in der Nacht im nirgendwo kein Traumszenario. Es gab drei Möglichkeiten, ich entschied mich für die Bergabvariante. Leider nichts, also schaute ich am Gps nach wo es denn weitergeht, was allerdings auf Grund von einigen Olivenhainen und diversen Möglichkeiten kreuz und quer nicht ganz ersichtlich war. Ich war jedenfalls falsch also wieder retour zur letzten Markierung. Beim Anstieg kam mir auch schon Marko Prot entgegengelaufen, wenigstens suchten wir nun zu zweit. Aber auch er hatte keine Ahnung. Der Richtung dem gpx track folgend, entschlossen wir uns für den Olivenhain doch nach einigen Metern standen wir vor einem Zaun! Kein Weg hier durch, also wieder retour. Dann konnten wir die Straße auf der sich die letzte Markierung befand nicht gleich wiederfinden was zur folge hatte das ich irgendwo Querfeldein durchs Dickicht bin und siehe da, im Schein meiner Lampe erkannte ich in eine Leuchtmarkierung! Ich schrie zu Marko der es wo anders versuchte hinüber, dass ich ziemlich sicher den richtigen Weg gefunden habe. Wir waren beide erleichtert und ich versuchte auch gleich bergab meinen verlorenen Vorsprung wieder herzustellen. Marko folge mir nicht lange und ging sein eigenes Tempo. Bei km 120 konnte man schon deutlich die Morgendämmerung ausmachen, ich war bereit endlich wieder Tageslicht zu sehen. 13 Stunden Dunkelheit sind doch etwas lange, so sehr ich das Laufen in der Nacht auch mag. Beim nächsten CP informierte mich Karin wieder über die Zwischenstände, anscheind hat Marko Probleme mit einem Fuß und überlegt auszusteigen. Erfreulich ist, dass es René bisher gut geht und sie ihn demnächst erwartet!

Der nächste Abschnitt war schwierig für mich, einerseits landschaftlich im ersten Morgenlicht wunderschön, ließ das Gelände für mich in großen Abschnitten aber nur gehen zu. Der Weg war sehr überwuchert, mit allen Arten von Gestein darunter, dass noch dazu von rutschigem Moos überwachsen war. Aber ich wusste, dass auch dieser Abschnitt vorübergehen wird  und tat einfach was ich kann, um halbwegs effizient vorwärts zu kommen. Es ging nochmal über einen Kamm auf dessen anderer Seite ein sehr steiler und technischer downhill wartete. Da ich wieder mal zu faul war mir meine Schuhe ordentlich zu binden, war dies ein relativ schmerzhaftes herumgerutsche aber ich wollte einfach nicht zwischen zwei Checkpoints stehenbleiben. Ab dem nächsten CP sollte es für die verbleibenden 21 Kilometer meist der Küste entlang zurück nach Omis gehen. Ich nahm mir die Zeit um meine Schuhe zu binden, meine Lampe gegen Laufkappe und Sonnenbrille zu tauschen und mich auf die letzten drei Abschnitte zu begegen. Ich war definitiv bereit für ein finish und lief alle flachen Abschnitte und moderate Anstiege sowie die vereinzelten downhills so gut ich noch konnte. Ich wußte das Marko und weitere Verfolger wohl nicht weit entfernt waren. Würde ich jetzt zu gehen beginnen wäre es wohl nur ein Spiel weniger Minuten um überholt zu werden, dies wollte ich natürlich mit allem was ich hatte vermeiden!
Doch mein Kampfgeist war nicht mehr all zu stark, ich befand mich ja auch noch nie in dieser Situation. Mir gelang es zumindest die durch Müdigkeit und des langen unterwegs sein, entstehenden negativen Gedanken auf die Seite zu schieben. Ein Zug von Psychoterror fuhr durch meinen Kopf doch ich sprang nicht auf! Ich konzentrierte mich rein auf all das, was noch perfekt funktionierte. Bis auf lädierte Zehen und einem interessanten Muskeltonus hatte ich eigentlich keine Probleme, mein Magen war perfekt, ich konnte noch immer Essen und Trinken, war klar im Kopf und befand mich in atemberaubender Landschaft am Ende eines anspruchsvollen Rennens mit einem Sieg vor Augen. Was konnte es also im Augenblick besseres geben?!

Ich lief einfach so viele Abschnitte wie möglich, auch wenn mich die Mittagshitze und abschnittsweise lange monotone Anstiege immer wieder zum gehen zwangen. Ich lief drei Markierungen und ging die nächste, dann lief ich wieder und so weiter. Den Aufenthalt in den CPs versuchte ich natürlich auf ein Minimum zu reduzieren, Wasser, Cola, eine halbe Banane, Weißbrot und weg war ich. Hier will ich auch den Betreuern an den CPs besonderen Dank aussprechen, die mich allesamt motiviert haben und mir stets halfen nach dem CP den richtigen Weg zu finden. Der erste Blick auf Omis, von den Bergen aus, war eine große Erleichterung. Ich wusste, dass es jetzt nicht mehr weit ist. Natürlich kamen mir einige Abschnitte dazwischen noch endlos vor, aber das ist normal. Ich versuchte einfach das Spiel zusammenzuhalten und effizient Meter für Meter abzuarbeiten. Irgendwann ging es dann hinunter in die Stadt. Über steile Abschnitte, Stufen und an angeleinten Hunden vorbei, bis ich unten am Gehsteig bereits hinüber ins Ziel sah. Ich drehte mich nochmal um und lief mit einem unbeschreiblichen Gefühl in Richtung der Ziellinie an der ich schon von Renndirektor und Team erwartet wurde. Unbeschreiblich! Ich hätte mir nie gedacht jemals ein Rennen zu gewinnen. Das dies dann noch ein beinahe 100 Meilen Rennen war, machte mich sehr zufrieden! Weiters sehr zufrieden stellte mich das kühle Bier im Ziel und das Empfangen der weiteren Läufer die nicht lange auf sich warten ließen.

Wer ein anspruchsvolles Trailrennen Ende Oktober sucht wird beim DUT auf vier verschiedenen Distanzen sicher fündig!

 

Ausrüstung

Meine Schuhwahl viel auf den Hoka Challenger ATR III der einfach perfekt war und für alle Arten von Gelände für eine sehr gute Wahl ist. Wrightsocks haben perfekt funktioniert, ohne Sockenwechsel, keine Scheuerstellen oder Blasen. Auf Grund der langen Nacht war auch das Licht durch die Lupine Piko gold wert. Dynafit Hose + Shirt, kein Scheuern, gute Belüftung, schnell trocknend.

Ernährung

Hammer Gels, Tailwind Drinkmix, Gummizeug, Oreos, Cola, Wasser,Weißbrot, Bananen, Orangen und zusätzlich Salztabletten.

 

Website Dalmacija Ultra-Trail
Official Timing

all photos (c) DUT/Jakov Kalajžić

 

 

Interview im Vitamin Berge Podcast

Kurz vor dem Pitz Alpine Glacier Trail 2017 habe ich mich mit Robert von Vitamin Berge zum Interview getroffen welches ihr euch hier ansehen könnt!

 

 

Pitz Alpine Glacier Trail P85 (91k/5500+)

Nach dem meine Regeneration nach dem Großglockner Ultra-Trail sehr gut verlief, ich im Zuge des Pitz-Alpine Glacier Trail zum Trailrunning Symposium geladen war und somit schon vor Ort, entschied ich mich, mir das Pitztal genauer anzusehen und beim P85 an den Start zu gehen.
Um 03:30 fiel gemeinsam mit der P100 Distanz bei klarer Nacht der Startschuss und somit der Sturm auf den Mittagskogel (3159m). Durch den starken Regen davor war der Untergrund stark aufgeweicht und das Blockgestein im oberen Teil mit Vorsicht zu genießen. Ich fühlte mich relativ leichtfüßig und konnte ohne zu viel Energie aufzuwenden einige Läufer hinter mir lassen. Im oberen Drittel kurz vor dem Ausstieg bevor es hinunter zur Gletscherquerung geht, befand ich mich in einer Gruppe von ca 4 Läufern hinter Flo Grasel, Gerald Fister und Martin Schedler. Der spätere Sieger des P85 André Purschke legte beim ersten downhill ein ordentliches Tempo an den Tag und ich beschloß mitzugehen solang es für mich Sinn machte.
Irgendwann wurde sein Rücklicht aber immer kleiner und ich konzentrierte mich auf mein eigenes Rennen. Die erste Labe haben wir jedenfalls beide links liegen lassen 🙂
Den Gletscher erblickte ich zum ersten Mal im Morgengrauen, welch Anblick! Direkt am Rand des Gletschers wurden die Micro-Spikes über die Schuhe gezogen und schon ging es auf die ca 1km lange Querung die ohne Spikes (Pflichtmaterial) unmöglich gewesen wäre, da keine Schneeauflage vorhanden war und wir großteils auf Blankeis unterwegs waren. Die Spikes haben jedenfalls perfekt gehalten.

 

Am Aufstieg zur Braunschweiger Hütte schloß ich zu Martin Schedler auf, der mir vom hohen Tempo der beiden führenden erzählt hat. Wir kamen beide zum Schluß das es noch ein langer Weg sei ins Ziel!

Der lange downhill von der Braunschweiger Hütte zurück nach Mandarfen erforderte volle Konzentration und ließ mich die technische Schwierigkeit der Pitztal trails bereits erahnen.
Nach dem man den Start/Ziel Ort Mandarfen während des Rennens 2 mal durchläuft gibt es die Möglichkeit Verpflegung zu hinterlegen, ebenso fanden meine Spikes ihren Weg ins Depot.
Für mich ging es an zweiter Position in die Zweite Runde die uns hinauf zur Sunnaalm, dem Riffelsee und in weiterer Folge zum Taschachhaus führte. Auf sehr feinen Höhenwegen ging es gut laufend dahin, einige kleine Kletterpassagen und steile Anstiege rundeten den langen Weg zum Taschachhaus ab.

Mittlerweile waren auch schon die anderen Distanzen auf der Strecke und der Start/Ziel Bereich den es ein weiteres Mal zu passieren galt, bei bestem Wetter schon gut gefüllt. Für mich ging es bei direkter Sonneneinstrahlung und dadurch sehr heißen Verhältnissen in die 3 Schleife hinauf zur Kaunergrathütte auf 2800m. Im hochalpinen Gelände ging es über einige Scharten und lange Blockfelder. Die Landschaft inklusive wunderschönen Bergseen wusste zu überzeugen, wenn auch alles in allem die Laufbarkeit des Geländes sehr gering war. Volle Konzentration und einfach ein Schritt nach dem anderen Richtung Tal!
Am Talboden angekommen ging es für einige endlich mal laufbare Kilometer zur letzten Schleife über die Tiefentaler Alm. Der Gedanke, gute 15km am Talboden wieder hinein nach Mandarfen laufen zu dürfen, gefiel mir zu diesem Zeitpunkt gar nicht, aber nützt bekanntlich nichts wenn man ein Finish erreichen will. So ging es weiter einige hundert Höhenmeter hinauf durch den Wald über sehr wurzelige Wege zur Neuberg Alm und auf der Forststraße in vielen Serpentinen  hinunter ins Tal.
Ich wusste, dass ich an zweiter Stelle lag. Diese wollte ich nicht unbedingt verlieren also ließ ich es ordentlich laufen. Unten hat die Temperatur deutlich abgenommen, was mir sehr entgegen kam. Viele Läufer die sich noch am Weg zur Tiefentaler Alm befanden, kamen mir am Weg ins Ziel entgegen. Einige davon mit angezogenen Regenjacken, was darauf hindeutete, dass es Tal einwärts einen Wetterumschwung gab.

Irgendwann erwischte mich dann auch der Regen, jetzt war das Ziel schon zu nahe um stehen zu bleiben.
Die letzte Kurve, das Ziel in greifbarer Nähe!
Nach 15h und 28 min mein zweites Ultra-Trail Finish innerhalb von 14 Tagen und das mit einem zweiten Platz overall. Freude war da. Danke Pitz-Alpine!

Fotos: www.vitaminberge.de / www.sportograf.de

Großglockner Ultra-Trail 2017 (110km/6500+)

Training & Vorbereitung

Für den GGUT habe ich mich  5 Wochen vorbereitet, in dieser Zeit lief ich 500 Kilometer inkl. 4000-8000 Höhenmetern pro Woche. Meine längste Einheit während dieser Phase war 45km und 2600 Höhenmeter.
Zur Abwechslung habe ich einige Rennrad Einheiten mit eingebunden, diese waren eher im regenerativen Bereich im Rahmen von 30-60 Kilometer pro Einheit.

Pre-Race

Freitag, 22.07.2017 Kaprun.
Ich wache auf und stelle fest, dass sich irgendwas im Rückenbereich seltsam anfühlt. Ein eingeklemmter Nerv? Genau was man braucht am Morgen eines Ultra-Trails! Ich schenke ihm nicht allzuviel Beachtung und versuche mit der Foamroll ein bisschen hineinzuarbeiten. Hilft nichts. Egal, spätestens einige Stunden im Rennen werde ich mich daran wohl nicht mehr erinnern können. Nach einem ausgiebigen Frühstück, begebe ich mich mit meinem Laufzeug zur Startnummernausgabe wo ich am Ausrüstungscheck 3 Stunden aushelfe und mich um diverse Anliegen der trailrunner kümmere. Spassfaktor war gegeben, im Zelt war es aber auch laut und heiß und somit war ich froh meine Schicht beenden zu können um etwas Ruhe zu finden und um mich auf meinen Vortrag + Aufbau von Beamer und Leinwand zu kümmern. Um 21:30 war alles unter Dach und Fach, somit ein letztes Mal ins Hotel, für das Rennen umziehen nochmal 15 min. abschalten und erneut zum Start/Ziel Gelände auf dem sich schon einige hundert Menschen eingefunden haben. Die Stimmung ist relativ ruhig, eine gewisse Anspannung liegt in der Luft, nur noch wenige Minuten bis zum Start..

Der Rennverlauf

Nachtstarts habe ich besonders gern, so kam mir auch die Startzeit des GGUT um 23:00 bei trockenen Verhältnissen entgegen. Wie in allen anderen Rennen auch, war  der Start des Rennens relativ schnell, ich habe mich davon aber nicht beirren lassen und so zog das vordere Drittel des Feldes dahin. Auch am ersten uphill auf Asphalt wurde fleißig gelaufen. In der darauf folgenden singletrail Sektion reihte ich mich brav ein und folgte dem langen Zug aus Stirnlampen schweigend durch die Finsternis. Immer wieder traten Läufer aus der Reihe, da viele bereits jetzt realisierten das ihr Anfangstempo wohl zu hoch war. Am ersten CP in Ferleiten (km23) war ich jedenfalls froh das es nun mit den laufbaren, flacheren Abschnitten des GGUT erstmal vorbei war. Auf Position 20 verpflegte ich mich rasch und nahm den weiteren Weg durch das Käfertal in Richtung Alpenhauptkamm in Angriff. Der Wind frischte ordentlich auf und ich bereitete mich für den langen Aufstieg zur Pfandlscharte auf 2600 Meter vor. Essen, Trinken, ein bisschen Auflockern  während dem Laufen und auf ging es der dunklen Wand entgegen.
Einige hundert Höhenmeter über mir flackerten immer wieder Stirnlampen auf. Am Aufstieg konnte ich  zu einigen Läufern aufschließen, ich wusste das ich meine Kräfte gut einteilen muss und die Sache locker angehen sollte, also achtete ich auf meine Atmung und setzte einfach einen Fuß vor den anderen bis ich zum Flachstück am Pfandlboden, der einer überfluteten Mondlandschaft gleicht wieder einige Laufschritte machen konnte. Zu meiner Verwunderung, fühlte sich das noch sehr locker in den Beinen an. Weiter ging es die letzten paar hundert Höhenmeter über ein gefrorenes Schneefeld auf die Scharte, auf der mich die Bergrettung mitten in der Nacht anfeuernd erwartete! Ich drehte mich kurz um und bestaunte das Schauspiel von hunderten Stirnlampen die sich im Anstieg und sogar noch weit unten im Tal befanden. Die Streckenposten haben einen schönen Pfad ins das Schneefeld der Pfandlscharte gegraben und so kam ich im vollen Schein meiner Lupine Piko gut in den Downhill  Richtung Glocknerhaus. Auch hier konnte ich wieder ohne große Mühen einige Plätze gutmachen. Am Glocknerhaus war es noch immer Stockfinster, ich füllte meine Tanks in einem kurzen Stop und weiter ging es hinunter zur Staumauer und den Anstieg zur Stockerscharte. Kurz vor der Scharte wurde es langsam hell und ich konnte einige Schafe in einem steilen Hang über mir beobachten. Am Weg zur Salmhütte stellte sich dann ein gewaltiges Morgenrot in den Wolken ein, schön anzusehen aber ein Indikator für schlechtes Wetter. Auf der Salmhütte füllte ich meine Flaschen erneut und machte mich am Weg zur Pfortscharte. Der sehr steile Anstieg zur Scharte, die mit 2800 Metern den höchsten Punkt des Kurses darstellt, war gewaltig und am Himmel zogen bereits sehr dunkle Wolken auf. Oben ging starker Wind und ich nahm auch Regentropfen war. Also nichts wie hinunter vom höchsten Punkt des GGUT. Die Bergretter oben auf der Scharte sind eindeutig die mutigeren 🙂
Das Schotterfeld hinunter machte richtig Spass, doch plötzlich erhellte sich der Himmel und unter einem gewaltigen Knaller schlug irgendwo hinter mir ein Blitz ein. Der Himmel öffnete seine Pforten noch weiter, ich nahm meine Beine in die Hand und zog während ich das Schotterfeld hinunterlaufe Jacke und Handschuhe an. Hardrock feeling garantiert!


Am Lucknerhaus hielt ich kurz um meine Schuhe zu entleeren und mir die Jacke wieder auszuziehen.
Hier schloss  die führende Dame Juliette Blanchet auf, mit der ich mich auf den Weiterweg nach Kals gemacht habe. Kals liegt über der Hälfte der Strecke, hat die größte Verpflegungsstation und auch mein Dropbag wartete dort auf mich. Ebenso meine Schwester und viele Freunde des GGUT Teams. Ich fühlte mich noch immer sehr gut, aß einige Löffel Suppe, nahm meine zweite Ration Gummi/Ingwer-Bärchen aus dem Dropbag und begab mich wieder auf den Weg durch das Dorfertal und weiter über den Kalser Tauern zur Rudolfshüttte.

Hier kam mir auch Flo Grasel entgegen und begleitete mich motivierender Weiße einige Meter, danke Flo!
Flo hielt mich auch über den Rennverlauf am laufenden und zu meiner Freude war ich mittlerweile auf Platz 7. Nicht wirklich wichtig, da ich bisher mein eigenes Rennen lief und mich nicht so sehr um Stände gekümmert habe, doch so spät im Rennen mit noch einiger Kraft doch auch motivierend. Ich wusste auch das die Leute vor mir um einiges stärker sind und machte mich nicht wirklich daran aufzuholen sondern versuchte lediglich weiterhin meine pace zu laufen. Der Aufstieg zum Kalser Tauern ging relativ langsam aber stetig voran, oben angekommen lief ich die flachen Passagen und den downhill zur Rudolfshütte und somit dem vorletzten CP des GGUT. Auch dort erwartete mich schon freudig das GGUT Team inkl. meinem Vater. Ich checkte nochmal meine Vorräte, stockte um einige Hammer Gels auf und weiter ging es zum letzen Punkt auf 2600 Meter dem Kapruner Törl! Davor musste ich noch über einige sehr rutschige Blockfeld abschnitte, vorbei an vielen 50 Kilometer Läufern die auf der Strecke mit Start in Kals unterwegs waren. Der Anstieg aufs Kapruner Törl war zwar von meiner Wahrnehmung her relativ langsam, ich konnte jedoch ohne Pausen mich Meter um Meter weiter hinaufschieben. Das Panorama wirkte wie gemalt und ich erfreute mich immer wieder dem Anblick. Der Ausblick auf die Stauseen Moorboden vom Törl war einfach gewaltig, auch einige Glockner-Trail 50k Läufer waren fasziniert davon und gönnten sich eine Pause am höchsten Punkt ihrer Strecke. Sie feuerten mich an und ich stürzte mich über die Blockfelder hinunter ins Schneefeld das mich in weiterer Folge dem See entlang zum letzten CP Moserboden führte. Mittlerweile war es richtig heiß, ich hielt nur kurz im mir einige Stücke Wassermelone zu gönnen, füllte mein Wasser auf und auf ging es in die letzten 15 Kilometer vorwiegend bergab. Natürlich spürte ich meine Oberschenkel schon einigermaßen, ich konzentrierte mich allerdings mehr aufs Laufen und auf meine Schrittsetzung als auf Schmerzen und so konnte ich den manchmal endlos scheinenden downhill auch bewältigen. Einige Abschnitte vor allem die singletrails nah am Stausee erforderten nochmals vollste Konzentration da sie sich unmittelbar am Abgrund  befinden.
Auf den letzten sieben, flachen Kilometern nach Kaprun konzentrierte ich mich nur noch auf das Laufen im flachen, es galt jetzt unter keinen Umständen stehenzubleiben und in ein Gehtempo zu verfallen. Auf den letzten Metern schloss mein Teamkollege Volker Sauerzapf zu mir auf und wir teilten uns den siebten Rang in 17h 18min. Im Ziel erwartete man offensichtlich schon Juliette Blanchet was uns ebenfalls einen stimmungsvollen Empfang einbrachte. Es war einfach ein genialer Tag in den Bergen!

Der GGUT war für mich ein voller Erfolg, die Strecke bietet alles was ein anspruchsvolles Trail-Rennen braucht, vom Hochgebirge mit Schneefeldern und Gletschern bis zu flowigen singletrails  + sehr guter Atmosphäre.

Ausrüstung & Ernährung

Lupine Piko Stirnlampe, Salomon 5L Laufweste + 2x500ml Ultrasphire Flaschen, Dynafit Shirt + Short, Wrightsocks, Hoka ONE ONE MafateII Schuhe, Black Diamond Carbon Z-Poles, Julbo Brillen, Patagonia Cap, div. Buffs, OR Handschuhe;

Tailwind Nutrition Drinkmix, Salt Stick Caps,  Hammer Gels, Gummi/Ingwer – Bärchen, Oreos, Bananen, Orangen, Wassermelonen, Red Bull Cola und jede menge Wasser;

 

Dolomiten Höhenweg Nr.3

Ausgangspunkt: Toblach/Südtirol
Endpunkt: Longarone/Belluno
Länge: ca. 120 Kilometer
Höhenmeter: ca. 8000 im Aufstieg

Der Dolomiten Höhenweg Nr. 3 gehört zu den insgesamt 10 Dolomitenwegen, der Weg Nr. 3 verläuft mehr oder weniger parallel zum Weg 1 und 2 ist aber technisch schwieriger einzustufen.
Die zwei Klettersteige vor allem der durch die Sorapis Gruppe können,  für Trailrunner empfehlenswert auf schönen Wegen umlaufen werden (westlich). Wer den Klettersteig durch die Sorapis Gruppe vorzieht muss dafür Klettersteigausrüstung inkl. Helm einplanen.
Im allgemeinen bietet der Höhenweg Nr.3 eine tolle Mischung aus meist einsamen singletrails, Steigen, Pässen, Hochebenen und Wäldern.
Übernachtet werden kann durchgehend in Hütten oder Unterkünften und Hotels in den Talorten. Ich habe Mitte Juni keine Unterkünfte vorgebucht, was auch nicht notwendig war.
Wer den Drei Zinnen einen Besuch abstatten möchte,  kann dies nach dem Abstieg vom Strudelkopf von Landro aus tun. Ein anfangs breiter Forstweg der später in einen guten Steig übergeht führt direkt vom Parkplatz an der Hauptstraße hinauf. Hierfür macht man in etwa 1000 extra Höhenmeter. Auf dem selben Weg gelangt man auch wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Der Weg ist nicht durchgehend markiert, Lokal werden immer wieder andere Wegnummern verwendet daher empfiehlt es sich eine gute Karte bzw GPS und Führer dabeizuhaben. Landschaftlich gibt es täglich Highlights, persönlich hat mir der letzte Abschnitt ab dem Refugio Venezia bis Longarone am besten gefallen. Der Abschnitt ist sehr abwechslungsreich und bietet alles, zwischen laufbaren Waldwegen bis hin zu alpinen Kammwegen.

Wer es etwas gemütlicher angehen möchte sollte 4-5 Tage für die Strecke einplanen, bei gutem Wetter ist der Weg mit guter Kondition auch in 2,5 bis 3 Tagen machbar. Etappeneinteilung und Planung bleibt natürlich jedem selbst überlassen.