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ZENTRALALPENWEG 02

Mittlerweile bin ich vom Grenzlandweg 07 am Hochwechsel auf den Zentralalpenweg dem ich nach Feldkirch folgen werde gelangt. 



Meine Tagesetappen bisher:
04.08.2016

Hochwechsel – Alpl Waldheimat

05.08.2016

Alpl – Sommeralm 

06.08.2016

Sommeralm – Fensteralm

07.08.2016

Fensteralm – Steinplan

08.08.2016

Steinplan – Knaudachthörl

09.08.2016

Knaudachthörl – Hohentauern

10.08.2016

Ruhetag / Schlechtwetter

11.08.2016

Hohentauern-Reiterecksattel

12.08.2016

Reiterecksattel-Planneralm

13.08.2016

Planneralm-Rudolf Schober Hütte

14.08.2016

RS Hütte-Gollingscharte (über Kaiserscharte)

15.08.2016

Gollingscharte-Obertauern

16.08.2016

Obertauern-Tappenkarsee

17.08.2016

Tappenkarsee-Bad Hofgastein

18.08.2016

Bad Hofgastein-Taxenbach

19.08.2016

Taxenbach-Unterstandshütte Zirmkogel

20.08.2016

Zirmkogel-Pass Thurn

21.08.2016

Pass Thurn-Neue Bamberger Hütte

22.08.2016

Neue B.Hütte-GH Mösl

23.08.2016

GH Mösl-Staffelsee via

Rastkogel 2762m, Eiskarspitze 2611m, Hippoldspitze 2743m, Geier 2856m

24.08.2016

Staffelsee-Matrei am Brenner (rest pausetag)

25.08.2016

Matrei-Sennhütte

26.08.2016

Sennhütte-Hochreichscharte

27.08.2016

Hochreichscharte-Erlanger Hütte

28.08.2016

Erlanger Hütte-Ried/Oberinntal

29.08.2016 

Ried/Oberinntal-Kappl

30.08.2016

Kappl-Grasjochhütte

31.08.2016

Grasjochhütte-Totalphütte

01.09.2016

Totalphütte-Feldkirch

Projekt OE-3000 |Südalpenweg 03 | Nassfeld – Bad Radkersburg

Tage am Trail: 17 
Kilometer 650 von 3000

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Am Weg nach Thörl/Maglern genauer am Kaplinberg kommt mir in einem recht dunklen Waldstück mitten am Forstweg ein Braunbär entgegen. Wir begegnen uns in einer Kurve, der Bär hat seine Schnauze am Boden und nimmt mich erst spät wahr. Er bleibt stehen und bevor ich auch nur irgendwas herausbringe zischt er ins Unterholz ab. Das Brechen der Äste durch seine Flucht ist noch einige Zeit zu hören. Ich kann es nicht glauben und brauche etwas um die Situation einzuordnen. Mein Körper ist mit Adrenalin erfüllt. Mit einer Bärenbegegnung hätte ich hier im italienisch-österreichischen Grenzgebiet nie im Leben gerechnet. Man schätzt die Bärenpopulation in dem Gebiet auf nur ungefähr 7-10 Tiere.
Aus nunmehr genau 5 Bärensichtungen seit 2011 konnte ich bisher leider noch keine Aufnahmen von einem der Tiere machen, möchte aber trotzdem keine der Begegnungen missen. Jedes Mal ein ganz besonderer Moment.

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Die weiteren Abschnitte durch die Karawanken vorallem im Bereich Mittagskogel, Hochstuhl, Klagenfurter Hütte und Koschuta fand ich landschaftlich besonders reizvoll, leider war der Weiterweg durch den Gratschenitzengraben durch Bauarbeiten an einer Autobahn nicht möglich und somit musste ich wieder absteigen und die Talvariante zum Rosenbachsattel nehmen.
Am Petzten (Feistritzer Spitze) befand ich mich früh abends das letzte mal am 03er auf über 2100 Meter. Die Wanderung entlang des Hochplateus und am nächsten Tag nach Bleiburg haben ebenfalls einen besonderen Eindruck hinterlassen. Ich liebe es im Abendlicht über der Baumgrenze zu wandern, auf dieser Tour immer allein auf weiter Flur.

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Während in weiten Teilen Österreichs Unwetter wüteten hatte ich auf meinem weiteren Weg durch das steirische Weinland mit großer Hitze zu tun. Mein Weg führt meist auf Straßen durch die Weinberge, ab und zu unterbrochen durch ein kurzes Waldstück. Über Leutschach, Spielfeld und Mureck geht es nun endgültig flach am Murufer durch schattigen Auwald  nach Bad Radkersburg.

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Projekt OE-3000 |Südalpenweg 03 | Bozen – Nassfeld

Tage am Trail: 8
Kilometer: 0- 280/3000

17.06.2016 Bozen

Endlich ist es soweit, monatelange Planung und Vorbereitung nehmen Form an. Es ist 15:30 ich steige nach einer fast neunstündigen, entspannten Zugfahrt auf den Bahnsteig und folge den Schildern aus dem Bahnhof auf den Vorplatz. Es regnet leicht, daher verzichte ich auf den eigentlich geplanten Stadtrundgang in Bozen und orientiere mich in nord/östliche Richtung. Da ich schon vom Bahnhof aus die Rittnerhornbahn sehen kann, ist es nicht allzu schwierig den Einstieg in mein Sommerprojekt zu finden. Ich folge flott dem Straßenverlauf und kann kurz darauf auch schon die ersten Markierungstafeln Richtung Oberbozen erkennen.

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Ich folge steilen Asphaltstraßen in die Weinberge oberhalb der Stadt und werfe dabei immer wieder mal einen Blick zurück und beobachte wie diese immer kleiner hinter mir wird. Die Anstiege sind ziemlich steil, der Asphalt geht immer wieder in kleine Fahrwege und Abkürzungen zwischen den Serpentinen über. Regen und Sonne wechseln sich stätig ab. Es ist schwül und der mit Essen für ein paar Tage gefüllte Rucksack fühlt sich ungewohnt an. Die Stunden und Tage der Eingwöhnung. Man kennt das bereits. Aus der Distanz erkenne ich die Erdpyramiden von Oberbozen, ein Naturphänomen von dem ich schon zuvor gelesen habe und dass ich unbedingt aus der Nähe betrachten will. Hierbei handelt es sich um von Erosion gebildeten Türme aus Erde und Stein die Zackenförmig in den Himmel ragen. Auf dem Weg nach Oberbozen gibt es immer wieder mal die Möglichkeit auf das Areal in dem sie vorkommen zu Blicken. Sieht schön aus. Im innersten denke ich wie es denn sein muss im Bryce Canyon von Utah zu stehen wo ebenso ähnliche Pyramiden genannt „Hoodoos“ vorkommen nur dort soviele und bereits versteinerte Versionen das sie nicht zu überblicken sind. Ich mache ein paar Aufnahmen, das Wetter wird immer freundlicher und nach sechs Kilometern habe ich Oberbozen erreicht. Ein kleiner netter Ort. Ich tanke meine Wasserflasche auf und setze meine Wanderung fort.

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Ich würde heute gerne noch das Rittner Horn erreichen. Höhenunterschied von Bozen: 2000 Meter aufwärts. Über schön angelegte und gut markierte Waldwege steige ich immer weiter hinauf vorbei an Hotelanlagen, Gondelstationen und Hochalmen. Je später es wird desto bedrohlicher sieht der Himmel aus. Ein Gewitter liegt in der Luft und kündigt sich mit tiefschwarzen Wolken zu meiner linken an. Ich sehe mich immer wieder nach Unterständen um und überlege vielleicht doch das Wetter in einer über den Sommer stillgelegten Liftstation abzuwarten. Doch ich gehe weiter. Im Notfall kann ich immer noch im Rittner Horn Haus auf 2200 Meter nächtigen, sollte das Gewitter sich tatsächlich noch entladen. Es weht starker, kalter Wind. Ich setzte meinen Rucksack ab um mir Handschuhe und eine Haube anzuziehen und meine Regenjacke griffbereit zu haben. Aus der Distanz kann ich bereits das Rittnerhorn Haus sehen. Die Wolken wirbeln sich immer höher in die Luft. Die Pferde die auf der Hochalm weiden laufen panisch in alle Himmelsrichtungen. Auch ich nehme meine Beine in die Hand und gebe alles auf den letzten paar hundert Höhenmetern zur Schutzhütte. Es beginnt zu hageln, Ich bin froh die Jacke griffbereit zu haben und ziehe mir sofort die Kapuze über den Kopf. Der Hagel schlägt gegen meinen Körper und fühlt sich an den Beinen an wie 1000 Nadelstiche. Mit dem erreichen der Hütte setzt auch zunehmend Donner ein. Es regnet und Hageld unaufhaltsam. Ich bin froh erstmal im trockenen zu sein. Mittlerweile ist es 21:00. Die Hüttenwirtin empfängt mich freundlich und zeigt mir die Übernachtungsmöglichkeit. Viel ist zum Glück hier oben noch nicht los und somit schlafe ich gut durch die erste Nacht.

18.06.2016

Es ist 06:00 Uhr ich wache auf, packe meine Sachen zusammen, sodass ich nach dem Frühstück gleich starten kann. Blauer Himmel, fast keine Wolken am Himmel. Erstmals kann ich von hier auf über 2000 Metern Seehöhe einen weit umschweifenden Blick über die Sarntaler Alpen machen. Über ein ewig weites Hochplateau wandere ich in Richtung Latzfonser Kreuz. Die Böden sind auf Grund des vielen Regens der letzten Tage und der frühsommerlichen Schneeschmelze extrem weich und sumpfig und meine Füße schon bald durchnässt. Kurz vor dem Latzfonser Kreuz treffe ich auf eine Gruppe aus gut 100 Walfahrern die sich im Gänsemarsch betend über den schmalen trail schlängeln.
Unterhalb der Kapelle halte ich eine kurze Kaffeepause ein, der Kocher ist schnell ausgepackt und wenige Minuten später schlürfe ich die heiße Brühe Instantkaffee meines Vertrauens.
Ein Bergbauer müht sich den Weg im Aufstieg an mir vorbei, ich frage ihn ob er zur Messe geht. Er bejaht und sagt sowas wie „jo owa heier gibt´s koa Heu“, ich nicke und wünsche ihm einen guten weitermarsch. Mein Weg geht weiter nach Brixen. Mittlerweile ist der Himmel wieder voller dunkler Riesenwolken, es ist schwül und ich bin mir sicher, dass es nur noch Minuten dauert bis es erneut kracht. Kurz vor Brixen schüttet es wie aus Kübeln und ich teile mir das kleine Vordach einer Kapelle mit einem Mountainbiker der ebenfalls Unterstand sucht. Die Lage scheint sich nicht so schnell zu entspannen, also verpacke ich alles Wasserdicht und krame meine Regenjacke hervor bevor ich mich im  ströhmenden Regen auf den restlichen Weg in den Ort mache.

19.06.2016

Am nächsten Morgen hat sich die Lage wieder entspannt, bei angenhmen Temperaturen begebe ich mich auf den Weiterweg nach St. Vigil. Der Trail aus Brixen verläuft anfangs schön angelegt oberhalb des Ortes in Richtung einer Gondelstation, von dort an geht es über 1000 Höhenmeter in einem im Waldverlaufenden singletrail nach oben. Heute ist es von Anfang an bewölkt und windig. Auf den Ausgesetzteren stellen des Berges sogar richtig kalt. Am Weg zum Würzjoch hinauf beginnt es abermals zu regnen. Ich stelle mich kurz bei einer Almhütte unter um meine Regenjacke anzuziehen und sonst alles Wasserdicht zu verpacken. Leider bin ich kein sehr guter „Schlechtwetter-Wanderer“ in mir kommt dann immer ein schwer zu beschreibender Stress auf, vorallem was das Thema Unterkunft angeht. Auf dem Weg nach St. Vigil verliere ich immer wieder den Weg und wandere auf steilen sehr hohen Wiesenböden talwärts. Die letzten paar hundert Höhenmeter nehme ich die Skipiste in den Ort. Wahrscheinlich liegt es am Wetter, aber kein Mensch ist auf der Straße und alles sieht irgendwie „geschlossen“ aus. Liegt vielleicht auch noch an der Vorsaison. Auch hier finde ich ein Plätzchen für die Nacht. Der Wetterbericht für morgen verspricht wieder Besserung was mich zuversichtlich stimmt, denn die nächste Etappe durch die Pragser Dolomiten sollte ein erstes wahres highlight der Tour werden.

20.06.2016

Ein Blick auf die virtuelle Karte in meinem Smartphone, verrät mir eine wesentlich lohnendere Tour hinüber zum Pragser Wildsee, als die im Führer vorgesehne. Anstatt über den Fahrweg am Talboden verlaufende Route nehme gehe ich über den Piz de Peres. Ist zwar ein wenig weiter und mit mehr Höhenmetern gespickt doch bei stabilem Wetter schwer zu empfehlen. Einmal am Gipfel (2507m)  angekommen wandere ich über wunderschöne Kämme, Hochplateaus, vorbei an vielen Wasserläufen Richtung Pragser Wildsee, den man bevor es in den längeren Abstieg geht, schon von hoch oben sehen kann. Am See entlang, der ein beliebtes Ausflugsziel ist und Ausgangspunkt für viele Touren in diesem Gebiet ist, wimmelt es nur so von Menschen. Es ist bereits nach 16:00 und somit begeben sich alle in die mir entgegengesetzte Richtung, zum Parkplatz oder Hotel. Ich wandere am Ufer entlang bis hin zur anderen Seite und nehme schon bald den längeren Anstieg in Richtung der Seekofel Hütte in Angriff. Irgendwo inmitten des Aufstiegs beginnt es wieder zu Hageln. Bei der Hütte angekommen, überlege ich ob es nicht besser wäre hierzubleiben. Ich entschließe mich einfach weiterzugehen. 3 Stunden später finde ich eine geeignete Biwakstelle oberhalb der Dürrensteinhütte und lasse einen langen, wundervollen Wandertag erstmals unter freiem Himmel ausklingen. Es regnet immer wieder leicht und ich schlafe nicht besonders gut.

21.06.2016

Es ist 05:30, ich öffne das Ventil meiner Unterlagsmatte und bin 20 Minuten später bereits Richtung Dürrensteinhütte unterwegs. Heute wird abermals ein langer Tag, denn ich will es bis nach Sexten, über die Drei Zinnen schaffen. Da ich ein „dry-camp“ hatte gehe ich solange bis mir eine Stelle mit Wasserlauf zusagt, um dort zu frühstücken. Danach entscheide ich mich wieder für eine spannendere Alternativroute nach Landro anstatt wie vom Führer vorgesehen in die falsche Richtung hinunter zum Dürrensee und danach hinauf nach Schluderbach auf Straßen zu laufen und so durchwandere ich auf schmalen trails Schluchten und schattige Bergwälder, hinunter nach Landro. Hier ist es bereits richtig warm. Anfangs folge ich dem breiten, weiß geschotterten Weg in Richtung der Drei Zinnen. Rechts von mir donnert ein mächtiger Gebirgsbach talwärts und es dauert nicht lange bis ich ausschau nach einem schattigen Plätzchen halte um eine Pause einzulegen. Mein Equipment muss nach einer regnerischen Nacht auch getrocknet werden. Ich halte meine pausen meist mit 20 Minuten, viel länger braucht es nicht bis Schlafsack und Tarp in der Sonne trocken sind. Auch für eine Erfrischung am kalten Bach ist diese Zeit  ausreichend.

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Bei den Drei Zinnen angekommen, nehme ich mir Zeit für ein paar Aufnahmen und mache mich wenig später auf den Weg zur Drei Zinnen Hütte und weiter durch das Fischleintal nach Sexten. In Sexten erwarte ich ein Resupply Packet. Ich weiß nicht genau wie lange das Postamt geöffnet hat und somit habe ich es nicht sonderlich eilig. Sexten wirkt etwas ausgestorben, das Postamt finde ich auf Anhieb auf der Hauptstraße und muss feststellen, dass es bereits geschlossen hat. Ich werfe trotzdem einen Blick bei der verschlossenen Türe hinein und erkenne eine Person hinter dem Schalter. Ich klopfe und die freundliche Dame schließt mir die Tür auf und händigt mir das Päckchen zum Glück aus. Anderenfalls hätte ich keine andere Option als das Packet zurückzulassen oder in Sexten zu übernachten und am nächsten Tag nochmal die Post aufzusuchen.
Ich sortiere mein Essen für den nächsten Abschnitt der mich über den Karnischen Höhenweg auf den Nassfeldpass bringt. Für diesen Abschnitt plane ich 3,5 Tage ein. Weiters versorge ich mich im kleinen Spar Markt mit einigen frischen Lebensmitteln und breche bald darauf in Richtung der österreichischen Grenze am Karnischen Höhenweg. Die Nachmittagshitze ist gewaltig und da ich bereits mehr als 35 Kilometer in den Beinen habe komme ich am steilen Anstieg aus Sexten nur langsam voran. Da ich für heute aber kein wirkliches Ziel mehr habe ist das ok. Ich gehe noch bis kurz unterhalb des Helm Hauses und finde eine ebene Stelle für die Nacht mit Dolomiten Panorama.

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22.06.2016

Nach einer angenehm ruhigen Nacht geht es kurz nach Sonnenaufgang weiter Richtung Sillianer Hütte, die ich schon von weitem sehen kann. Erstmals passiere ich die Grenze zwischen Österreich und Italien. Ein abwechslungsreicher Tag beginnt, endlose Kammwanderungen, vorbei an zahlreichen Stellungen aus dem ersten Weltkrieg, traversiere ich immer wieder steile Altschneefelder und steige über die Pfannspitze immer weiter vorbei an der Obstansersee-, Standschützen- und Porzehütte bis hinunter zum Mitterkar Biwak wo ich die Nacht verbringe. Ein sehr langer Tag, der erste an dem kein Regen fällt klingt am Balkon der kleinen Selbstversorger Hütte aus. Dem Hüttenbuch nach bin ich der erste übernachtende im Jahr 2016.

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23.06.2016

Früh morgens verlasse ich das Mitterkar Biwak, ein wolkenloser Himmel  prophezeit einen weiteren trockenen Tag in den Bergen. Über noch gefrorene Altschneefelder, steige ich weglos zurück auf den Hauptkamm und folge dem Trail Ostwärts richtung Giramondopass, Wolayersee und dem Valentinthörl.
Ich überlege kurz auf der Valentinalm zu übernachten, doch irgendwie zieht es mich wieder hinaus, es ist noch viel zu viel Tageslicht an diesem zweiten richtigen Sommertag vorhanden um hier sitzen zu bleiben. Ich wandere noch ca 2 Stunden bis oberhalb des Plöckenpasses und finde eine gute Stelle für die Nacht. Leider ist die Viehtränke aus der ich mein Wasser beziehe sehr Nah und lässt mich durch den Geräuschpegel kaum schlafen, obwohl ich nach einem weiteren sehr langen Tag den schlaf mehr als brauchen könnte.

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24.06.2016

Heute steht der letzte Tag am Karnischen Hauptkamm an. Ab nun verändert sich die Landschaft wieder einmal drastisch und aus schmalen Graten werden weite Almen die mich bis an den Nassfeldpass hinunter begleiten.

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Aus privaten Gründen verlasse ich den Weg vom Nassfeld aus für 7 Tage, schonbald aber werde ich zurückkehren und mich weiter auf den Weg nach Bad Radkersburg und somit den Endpunkt des Südalpenweges machen.

weiter zu Teil II

Ausrüstungsliste Projekt OE-3000 2016

Mein Baseweight liegt derzeit bei 5,2 Kilo, ohne der Kleidung die ich am Körper trage, ohne Essen und Wasser (Verbrauchsmaterialien). Im Durschnitt werde ich Nahrung für 3-5 Tage bei mir haben.

Auf Grund der hochalpinen Teilabschnitte, vor allem am Zentralalpenweg, werde ich unterwegs noch Steigeisen, Eisaxt und andere Gletscherausrüstung entgegennehmen.

Durch die Gletscherausrüstung kommen ca 1,5 Kilo zusätzlich in den Rucksack.

Das Maximalgewicht liegt bei in etwa 11 Kilo, inkl. 4 Tagen Essen und 1L Wasser.

Detaillierte  Ausrüstungsliste (pdf)

Outdoor Küche-Wie versorge ich mich auf einer Weitwanderung

Ernährung ist ein sehr individuelles Thema, deshalb möchte ich in diesem Artikel nur auf einzelne unterschiedliche Möglichkeiten und meine persönliche Handhabung aufmerksam machen.
Grundüberlegungen vor einer mehrtägigen Tour:

  • Was möchte ich essen?
  • Welche Versorgungsmöglichkeiten gibt es während der Tour?
  • Wie kann ich meine Nahrung zubereiten?
  • Wie sieht es mit der Brennstoffversorgung aus?
  • Ist ein Kocher überhaupt sinnvoll, wenn ja welcher (siehe vorigen Punkt)
    aus dem Archiv zum Thema „ohne Kocher“ Going stoveless I & II

Mittlerweile gibt es ein sehr großes Angebot an fertigen Trekking-Mahlzeiten. Meist handelt es sich um  Gerichte die durch den Gefriertrocknungsprozess haltbar gemacht werden und mit Beimengung von Wasser rehydriert und essbar gemacht werden. Für längere Wanderungen sind die Kosten für solche Nahrung recht hoch, und die Abwechslung lässt nach wenigen Tagen auch zu wünschen übrig. Solltet ihr euch für diese Variante entscheiden gibt es nur einen Tipp von mir: unbedingt vorher kleinere Mengen bestellen und ausprobieren! Weiters reichen die „single servings“ meist nicht aus, mir war die 2 Portionen Packungen noch nie zuviel. Um Platz und Gewicht zu sparen, packe ich die eingeschweiste Nahrung meist in einfache Zip-Loc Beutel um, das spart bis zu 80 Gramm pro Mahlzeit und veringert das Volumen. Gebrauchte Zip-Locs kann man wiederverwenden oder in weiterer Folge als Müllbeutel verwenden. Durch beigabe von Olivenöl lassen sich noch hochwertige Fette und zusätzliche Kcal rausholen.

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Ich verwende unterwegs am liebsten einen Spiritus Kocher mit Windschutz in Kombination mit einem „pot cozy“ der den Topf nachdem er vom Kocher genommen wurde Isolierung bietet, um die Nahrung noch einige Minuten ziehen lassen zu können. Auf diese Art kann man mit wenig Brennstoff auch Nahrung zubereiten die etwas länger brauchen würde. Spiritus bekommt man in den meisten Gegenden auch leichter als Gaskartuschen. Für mich hat sich der „Caldera Cone“ am stärksten bewährt, ist zwar nicht der leichteste aber ich mag das System in dem der Windschutz gleichzeitig als Topfhalterung über dem Kocher funktioniert sehr.

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Pot Cozy+900ml Titan Topf+Windschutz+Kocher+Spork+Packbeutel = 200 Gramm

Was ich unterwegs esse:

  • Frühstück: Müsli/Haferflocken etc mit Wasser oder Milch/Proteinpulver oder Riegel + Instant Kaffee
  • Snack 1: Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel, M&Ms, Cracker, Kartoffelchips;
  • Mittag: Wenn vorhanden Tortillas mit Parmesan, getr. Tomaten od. Nussbutter; auf thruhikes ist man meistens alles gemischt und auf einmal 😉
  • Snack 2: Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel, M&Ms, Cracker, Kartoffelchips;
  • Snack 3: Nüsse, Trockenfrüchte, Riegel, M&Ms, Cracker, Kartoffelchips;
  • Abend: Meist warm, Couscous mit diversen Gewürzmischungen, Parmesan, Olivenöl;
    oder Schnell kochende Nudeln, Kartoffelpüree, Rote Linsen mit getr. Tomaten, Suppenpulver eigenet sich hervorragend zum würzen von allem.
  • Dessert: Proteinriegel etc;

Getrunken wird meist Wasser (Aquamirra zur Entkeimung falls erforderlich) oder Getränkepulver.

Karotten, Parmesan, gekochte Eier, Salat, Avocados, sind zwar schwerer lassen sich aber auch ungekühlt für 2-3 Tage mitnehmen.

Ich emfpehle die Nahrung portionsweise abzupacken, die Versuchung zu viel auf einmal zu essen ist somit minimiert, leere Zip-Loc Beutel werden so lange es geht wiederverwendet und als Müllbeutel weiterverwendet.

Auf den meisten Weitwanderwegen ist es möglich vor Ort alle paar Tage sich mit frischem Proviant zu versorgen, eine weitere Möglichkeit ist, sich im vorhinein Pakete „postlagernd“ zu schicken. Dies erfordert etwas mehr Planung und logistischen Aufwand, kann aber davor bewahren zu viel auf einmal zu kaufen und ist hauptsächlich dann ratsam, wenn man bestimmte Ernährungsformen einhalten möchte oder muss. Ich Mische gerne beide Methoden und schicke Pakete  wenn es mir Sinnvoll erscheint.

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Nahrung für sechs Tage auf der „Te Araroa“ in Neu Seeland.

Bei meiner heurigen Tour werde ich auch manchmal auf Essen in den Hütten zurückgreifen, für rund 90 Tage unterwegs  ist das aber  zu kostspielig und unflexibel.

 

 

Tipps zur Gewichtsoptimierung bei Mehrtagestouren und Weitwanderungen

Dieser Beitrag beruht auf subjektiven Erfahrungen aus meinen bewältigten Touren. Er soll lediglich ein Anreiz sein und Denkanstöße bieten. Vergewissert euch immer selbst was ihr euch zutraut und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten steht.

Mit diesem Artikel möchte ich mich an alle wenden, die vor ihrer ersten längeren Trekkingtour stehen, sowie an Umsteiger aber auch an bekennende „ultraleicht“ Wanderer.
Der Beitrag soll helfen, die nötigen Kenntnisse zu erlangen um ein gelungenes Erlebnis in der Natur zu ermöglichen und aufzeigen was dieses trübt. Letzteres hängt in vielen Fällen mit einem zu hohen Rucksackgewicht und dem körperlichen Trainingszustand zusammen. Du musst aber keinesfalls ein „Super-Athlet“ sein um eine Lang-Distanz-Wanderung zu bewältigen. Wichtig ist, dem Körper die notwendige Zeit zu geben, sich der ungewohnt hohen Belastung anzupassen. Dies kann ein paar Wochen dauern, man merkt selbst ob die Zeit gekommen ist, weitere Strecken zurückzulegen sofern man das will.
Beginnen möchte ich mit einigen Fakten die für einen leichteren Rucksack sprechen.

6 Vorteile eines leichten Rucksacks:

  • Weniger Gewicht am Rücken wirkt Gelenksschonender am ganzen Körper
  • Sicherer, du kannst bei Gefahr schneller agieren (Steinschlag, Gewitter, Hilfe holen, etc)
  • Leichtfüssiger unterwegs sein, du leidest nicht unter der auferlegten Last
  • Du erreichst dein Ziel ausgeruhter und kannst die verbleibende Zeit besser nutzen
  • Weniger einzelne Gegenstände, das Ende der Herumkramerei!
  • Weniger unüberlegt gekaufte Ausrüstung bedeutet geringeren finanziellen Aufwand

Leicht unterwegs zu sein heißt keinesfalls erhöhtes Risiko aufsich zu nehmen oder gar notwendige Gegenstände zu Hause zu lassen. Es bedeutet lediglich das Equipment genau zu kennen, multifunktionalität zu entdecken  und an die verschiedenen Situationen und Touren anzupassen.
Mit perfekt abgestimmter Ausrüstung ist es egal ob man 5 Tage oder 5 Monate unterwegs ist. Bei Weitwanderungen wie z.B. dem Pacific Crest Trail ersetzt man verschlissene Ausrüstung unterwegs und nimmt so gut wie nichts extra mit.

5  Schritte die dein Rucksackgewicht drastisch reduzieren:

  • Quilt statt Schlafsack
  • Schlafmatte auf die 3/4 länge kürzen bei aufblasbaren Matten Größe S wählen
  • Rucksack mit geringerem Volumen und ohne Rahmen
  • Tarp od. Tarptent statt Doppelwandzelt
  • Hygiene-  und Erste-Hilfe-Kit optimieren

Diese 5 Schritte mögen im ersten Moment Radikal und unbequem klingen, wir wollen aber dabei nicht den Nutzen aus den Augen verlieren, weniger zu Schleppen und somit  den Komfort auf der Tour deutlich zu erhöhen. Vor dem Packen empfehle ich alle Ausrüstungsgegenstände mit einer Küchenwaage zu wiegen und in eine Excel Tabelle einzutragen. So kann man genau vergleichen und ersparrt sich erneutes Wiegen vor zukünftigen Touren.
Hier findest du meine Packlisten.

Ein Quilt ist ein Schlafsack ohne Rückenteil und Reißverschluss, er hat meist eine geschlossene Fußbox und mehr Ähnlichkeiten mit einer Decke die man auch daheim verwendet. Ein Quilt kann bei kalten Temperaturen an die Unterlagsmatte befestigt werden, somit wird das Eindringen von kalter Luft verhindert. Daune isoliert nur dann, wenn sie ungehindert „loften“ kann. Daher ist sie an allen Stellen wo sie beim Liegen gegen die Matte gedrückt wird wenig wirksam. Beim Quilt lässt sich die Temperatur wesentlich besser regulieren als in einem geschlossenen Schlafsack. Kein Reißverschluss bedeutet eine Fehlerquelle weniger. Er bringt somit einen erheblichen Gewichtsvorteil gegenüber einem herkömmlichen Schlafsack. Für noch mehr Wärmeleistung und der Hygiene halber empfehle ich die Verwendung eines Innenschlafsacks aus Seide (Silk-liner). Bei reinen Hüttentouren würde man nur den Innenschlafsack benötigen. Gewicht: 350-700 Gramm.

Die Schlafmatte soll vor allem für Komfort und Isolierung des Körpers vom Untergrund sorgen. Für die Beine reicht es den leeren Rucksack und etwas extra Kleidung zur Isolierung zu verwenden. Mittlerweile gibt es sehr leichte aufblasbare Matten, je nach Gegend sollte man abwägen ob man sich für eine Schaumstoffmatte oder für eine mit Luftfüllung entscheidet. Bei letzterer unbedingt ein Reparaturkit mit einplanen. Schaumstoffmatten können so eingerollt werden, dass sie einem rahmenlosen Rucksack stabilität verleihen. Gewicht: 200-400 Gramm.

In Anbetracht dessen, dass wir von nun an weniger Tragen wollen hat der 70 Liter Rucksack endgültig ausgedient. Ultraleicht Rucksäcke haben meist einen Rollverschluss und sind somit im Volumen variabel. Selbst für eine mehrwöchige Wanderung bei der die Versorgung unterwegs gewährleistet ist, reicht ein 45-50 Liter Rucksack. Viele Hersteller bieten mittlerweile auch UL Rucksäcke mit leichten Carbon od. Titanrahmen. Wenn man das Equipment aber soweit optimiert hat, dass man unter sechs Kilo kommt kann man  auch diesen Rahmen weglassen und zu einem frameless Rucksack greifen der sich mit Nahrung und Wasser bis ca 10 Kilo (subjektiv) bequem tragen lässt. Gewicht: 300-1000 Gramm.

Bei autarken Touren, sollte man sich über seine Behausung Gedanken machen. Die Hauptaufgabe eines Zeltes sind die Elemente wie Wind und Wasser draußen zu halten. Dies kann auch mit wesentlich leichteren Tarp Systemen erreicht werden, die meist mit Trekkingstöcken in Verbindung aufgebaut werden.  Zusätzlich kann man auch einen Biwaksack verwenden und somit an klaren Abenden unter freiem Himmel übernachten. Die Vorteile eines Tarps liegen ganz klar im Gewicht, ausserdem bildet sich bei einem Tarp gar kein bzw wesentlich weniger Kondensflüssigkeit. Gewicht: 150-1000 Gramm.

DSC00422reMein Tarp/Bivy Setup am GR20 auf Korsika. Gesamtes Rucksackgewicht bei 4,5 Kilo

Hier herrscht enormes Einsparungspotential. Die wirklich essentiellen Dinge sind ganz einfach. Zahnbürste, Zahnpasta und Seife. Der Kulturbeutel mit Klettspiegel und Hängehacken kann getrost zu Hause bleiben. für diese Gegenstände reicht ein Zip-Loc Beutel mehr als aus. Oft liest man von abgesägten Zahnbürsten und dergleichen, ich verwende hingegen lieber Kinderzahnbürsten. Diese sind ebenso leicht und haben ein kleines Packmaß und von der Handhabung angenehmer. Zahnpasta und Sonnencreme sollten nur in kleinen Reisetuben mitgenommen werden. Dr. Bronners Magic Soap eignet sich auch zum Zähneputzen (am besten Pfefferminz) und ist ausserdem zur Körper und Haarpflege bestens geeignet.

Ähnlich minimal halte ich auch das Erste-Hilfe-Kit. Es besteht aus 2 Wundkompressen, Alkoholtupfer, Desinfektionsmittel, Leucotape, Schmerztabletten und Einweg-Handschuhen. Dies passt ebenfalls in einen Zip-Loc. Sollten diese Utensilien nicht mehr ausreichen benötige ich sowieso einen Arzt. Bei Touren in völliger Autarkie sollte das Kit natürlich entsprechend erweitert werden.
Wichtig ist alle Flüssigkeiten wie z.B. Wasserentkeimung, Desinfektion, Seife, etc… in sogenannten Mini-Dropper Bottles umzufüllen. Das bringt viel Platz und spart Gewicht. Gewicht 50-200 Gramm.

 

Vorschau auf den nächster Artikel: Outdoor Küche-Wie versorge ich mich optimal auf einer Weitwanderung.

Überlegt einen meiner Workshops zum Thema zu besuchen!